Bindungsspiele

Grundlagen der Hundeerziehung: Positive Bestärkung durch Lob

Loben gehört zu den Basiselementen der Hundeerziehung. Richtiges Loben muß man allerdings erst einmal lernen. Hier ist richtiges Timing das A und O. Nur wer innerhalb von zwei Sekunden nach Erfüllen einer erwünschten Handlung lobt, der kann sich sicher sein, dass der Hund das Lob auch mit dieser Handlung verknüpft. Das gleiche gilt übrigens für negative Rückmeldung. Hier sei angemerkt, dass wir bei negativer Rückmeldung entweder von einer verbalen Rückmeldung (z.B. durch ein gegrummeltes ‘Nein’) oder aber vom Ignorieren eines Verhaltens ausgehen, niemals aber körperlich strafen!

Als Hundeführer muß man in der Lage sein, blitzschnell zwischen positiven Loben und negativer Rückmeldung hin- und herzuschalten, denn nur dann kann der Hund verknüpfen, ob seine Handlung erwünscht ist.

Neben dem Timing ist die Art des Lobes entscheidend. Hier muß jeder den Schlüssel zu seinem Hund finden. Die meisten Welpen reagieren zunächst sehr gut auf Futterlob oder verbales Lob mit hoher Stimme. Zum Loben gehören aber auch Körpersprache, Lob durch Spiel mit dem Hundeführer und Beutespiele. Welche Form des Lobens für den eigenen Hund die richtige ist, muß man ausprobieren. Lob darf in keinem Fall als lästig empfunden werden. Spuckt ein Hund einem das angebotene Leckerchen entgegen oder läßt den Ball lustlos wieder fallen, dann sind diese Formen des Lobes für den Hund eher nicht geeignet.

Das Loben wird immer ein Bestandteil der Kommunikation zum Hund bleiben und damit ein grundlegender Baustein für das Hundetraining und die Hundeausbildung – ein Hundeleben lang. Allerdings benötigt man im Verlauf des Erlernten nicht mehr ganz so häufige Bestätigungen und hohe Futtermengen. Hat ein Hund beispielsweise verstanden, was ‘Sitz’ bedeutet, so kann man sukzessive das Lob reduzieren. Bitte aber keinesfalls nur noch jedes zweite Mal loben. Das durchschaut der Hund schnell. Außerdem solltest du beachten, dass in neuen Umgebungen und bei neuen Reizen, wieder mehr Lob nötig sein wird, als beispielsweise zu Hause in gewohnter Umgebung.

Hier nun eine Übersicht über die unterschiedlichen Arten des Lobens:

Loben durch Stimme

Mit dem mündlichen Lob über deine Stimme kannst du deinen Hund punktgenau bestätigen und ihm damit zeigen, dass er gerade etwas richtig gemacht hat. Auch wenn dein Hund nicht in deiner unmittelbaren Umgebung ist, kannst du ihn mit einem Wort loben, ein Vorteil gegenüber den Leckerchen. Allerdings darf man  den Hund beim Loben nicht „zu quatschen“
Zuerst einmal musst du deinem Hund dein Lob verständlich machen, nutze dazu eine hohe Stimmlage und Worte mit hellen Vokalen (i, a, ei) also z.B. „Fein“ oder „Artig“. Die Hunde haben in der Welpenzeit von ihrer Mutter gelernt, dass hohe Töne Zustimmung bedeuten und tiefe Töne (wie beim Knurren) Ablehnung eines Verhaltens.
Man kann aber nicht nur die Stimmhöhe dem Lob anpassen sondern auch die Intensität. Wenn du beispielsweise deinen Welpen rufst, dann feuer ihn ruhig mit deinem Lobwort an, während er auf dich zu rennt. Dadurch merkt er, dass du dich freust und beeilt sich noch ein bisschen mehr. Soll er aber lernen ruhig sitzen zu bleiben, dann wäre so ein aufputschendes Loben kontraproduktiv und würde ihn dazu verleiten aufzustehen. In diesem Fall ist es besser, wenn du mit ruhiger Stimme einmal lobst. Damit gibst du deinem Hund die Rückmeldung, dass er gerade alles richtig macht, aber du putscht ihn damit nicht auf.

Futterlob

Das Futterlob ist neben dem verbalen Loben die am Meisten praktizierte Form des Lobens. Man wählt hierfür Futter, welches der Hund sehr gerne frisst. Daher sollte man vermeiden, das normale tägliche Futter für Trainingszwecke einzusetzen, weil die meisten Hunde dieses nicht als Motivation ansehen. Welche Leckerchen man wählt ist einem frei gestellt. Gut eignen sich weiche Leckerchen wie bsp. sehr kleine Käse- oder Wurstwürfel, getrocknete Hühnerherzen, spezielle Trainingsleckerchen div. Futterhersteller oder auch einige Obstsorten. Bitte beachte, dass die Leckerchen bei der Menge der täglichen Fütterung berücksichtigt werden. Gerade im Wachstum ist es wichtig, den Hund nicht zu überfüttern und auch ältere Hunde sind gesünder und fitter, wenn sie schlank sind. Hast du herausgefunden, welche Leckerchen dein Hund besonders gerne frisst, dann lohnt es sich, eine Hitliste der beliebsten Leckerchen aufzustellen. Für neue Hundespiele und Kommandos nimmt man dann zu Beginn die besonders beliebten Leckerchen, wenn der Hund schon einige Routine im Ausführen von Kommandos hat, dann muß es kein Superleckerchen mehr sein.

Lob durch Spiel

Lob durch Spiel kann entweder Spielen und Toben mit dem Hundeführer sein oder aber ein Hundespiel mit Beute.

Das Toben mit dem Hundeführer darf ruhig etwas ausgelassener und wilder sein. Hunde gehen miteinander auch nicht gerade zimperlich um! Belohnt man durch Spielen, ist es wichtig, das Spiel kurz zu halten und dann selber den Zeitpunkt des Endes zu bestimmen. Gerade bei Hunden, die begeistert mitspielen und sich übermütig verhalten, sollte man das Spiel knapper ausfallen lassen, damit die anschließend erwartete Konzentration nicht eine zu hohe Anforderung darstellt. Oft brauchen die Hunde auch eine Zeit, um sich nach dem Spiel wieder einordnen zu können. Ausgelassene Spiele mit dem Hundeführer eignen sich daher gut zum Abschluss einer Trainingseinheit oder einer Übung, die viel Ruhe und Konzentration vom Hund verlangt hat. Das Spiel dient dann hier auch zum Stressabbau.

Bei einer Belohnung durch ein Beutespiel sind besonders Hunde, die gerne Gegenstände tragen (apportieren) oder hinter Gegenständen herjagen zu begeistern. Die meisten Jagdhunderassen fallen hierunter, aber auch Hunde, die sich für den Schutzdienst eignen und gerne Zergelspiele spielen. Bei Beutespielen gilt das gleiche wie bei Spielen mit dem Hundeführer: das Spiel findet gemeinsam statt und sollte vom Hundeführer beendet werden und nicht vom Hund. Hunde, die mit Beute davon rennen, sollten nicht freier Beute im Beutespielen belohnt werden, da die Selbstbelohnung dann größer ist, als die Belohnung durch den Hundeführer. Ideal eignen sich bei diesen Hunden zur Belohnung Bälle, die an Seilen befestigt sind oder Zerrseile, deren Ende der Hundeführer in der Hand behalten kann.

Lob durch Köpersprache

Hunde mögen es, gekrault zu werden. Beliebt sind dafür Körperstellen wie beispielsweise hinter den Ohren, seitlich am Hals, am Rutenansatz und am Brustkorb.
Wenn du mittels Körpersprache lobst, dann ist es wichtig, dass du deinen Hund nicht bedrängst, indem du dich zum Beispiel über ihn beugst. Auch solltest du ihm auf gar keinen Fall dem Hund wohlwollend über den Kopf tätscheln, wie es teilweise unter Menschen üblich ist. Diese Form der Körpersprache ist dem Hund gegenüber respektlos und wird nicht als Lob aufgefaßt. Ist der Hund eher aufgeregt, dann reicht als Bestätigung ein ruhiges Streicheln, möchtest du ihn überschwenglich Loben, dann darfst du ihn auch gerne ‘mal richtig durchknuddeln’.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Training und beim Loben und hoffen, dass eure Mensch-Hund-Bindung ein Stück weit von dieser Übersicht profitiert.

Euer Team von SLEEPY DOG

2 Antworten

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  1. […] 1 und Nr. 2. Als mittlerweile recht erfahrener Hundeführer ist mir natürlich theoretisch klar, warum das Loben so wichtig für das Erlernen von Kommandos ist. Schnell geht man aber dazu über, ausgeführte Kommandos als selbstverständlich hinzunehmen. […]

  2. […] bestärken will gelernt sein. Auch hierfür haben wir bereits Tipps und Ratschläge in dem Artikel Positive Bestärkung zusammen […]

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