Liegeplatz im Sommer

Hund im Sommer

Gestern zeigte unser Thermometer das erste Mal 30 Grad in diesem Jahr an und meine Hunde haben mir ziemlich deutlich signalisiert, dass ihr eigentliches Herkunftsland die kühlen schottischen Highlands und nicht die Tropen sind: die Löserunden entlang der Weinberge waren ihnen genug, bevor sie sich wieder an ein kühles Plätzchen im Büro verzogen. Zeit für mich, einige Tipps zusammen zu tragen, wie ich den Hunden die kommenden heißen Monate etwas erleichtern kann.

Fellpflege

Die meisten Hunderassen verfügen im Winter über ausreichend Unterwolle, welche sie vor den kalten Temperaturen schützt. Im Frühjahr verlieren sie bei steigenden Temperaturen diese Unterwolle. Dies erkennt man daran, dass man statt einmal täglich durchaus zwei- oder dreimal zum Staubsauger greifen darf, um die Wollmäuse zu entfernen. Man kann in dieser Zeit etwas nachhelfen, indem man die verbliebene Unterwolle auskämmt oder mit speziellen Trimmmessern und Scheren, die Unterwolle ausdünnt. Langhaarige Hunde zu scheren kann ich nicht empfehlen, es sei denn es liegen medizinische Gründe vor, da das lange Fell die empfindliche Hundehaut auch vor Sonnenbrand und Hitze schützt. Bei kurzhaarigen Hunderassen kann man die Unterwolle ebenso ausdünnen. Nur wenige Hunderassen werden geschoren z.B. Pudel oder Airdale Terrier. Wer sich unsicher ist, sollte einen professionellen Hundefriseur fragen, wie man beim eigenen Hund am Besten vorgeht. Alternativ bieten auch viele Rassehundvereine spezielle Trimmkurse an, in denen man das Handwerk erlernen kann. Meine beiden Hunde müssen sich alle paar Wochen in meine unprofessionellen Hände begeben und ich fröne dann meinem kleinkindlichen, ursprünglichen Berufswunsch bei dessen Endergebnis mein Mann ab und an leicht die Augenbrauen hochzieht. Zum Glück erkennen sich Hunde nicht im Spiegel, aber Oscar und Pitch danken es mir bei 30 Grad im Schatten.

Transport

Ich kann es nicht oft genug wiederholen: bitte, bitte laßt eure Hunde bei diesen Temperaturen nicht im Auto – auch nicht für kurze Zeit. Das Auto heizt sich unglaublich schnell im Schatten auf und auch 20 Grad und Sonne können den Kofferraum binnen Minuten zum Backofen werden lassen. Jahr für Jahr sterben so viele Hunde am Hitzschlag und ich lese jedes Jahr erneut von Rettungsaktionen, bei denen Hunde gerade noch rechtzeitig aus dem 70 Grad heißen Auto gerettet werden konnten. Für kühle Temperaturen während der Fahrt sorgen Klimaanlage und (die kostspielige Variante) getönte Scheiben. Alternativ gibt es mittlerweile Verdunkelungsmöglichkeiten, die einen Großteil der Hitze fern halten z.B. Windowsox (http://www.sunprotec.de/windowsox.html) oder Sonnenschutzfolien. Wasser sollte der Hund selbstverständlich auch zur Verfügung haben. Hierfür gibt es spezielle Trinknäpfe, bei denen das Wasser auch im Napf bleibt, obwohl man die ein oder andere Kurve mitnimmt.

Ernährung und Trinken

Viele Hunde benötigen im Sommer weniger Energiezufuhr als im Winter, weil sie sich instinktiv weniger bewegen. Ich beobachte meine Hunde im Sommer über einige Zeit, ob ich die normale Futterration beibehalten kann oder die Futtermenge leicht reduziere, damit sie ihr Idealgewicht behalten. Zu dicke Hunde leiden im Sommer natürlich besonders, daher sollte man auf eine schlanke Linie achten. Einen normalgewichtigen Hund erkennt man daran, dass man von oben eine gute Taille ausmachen kann und beim Anfassen des Brustkorbs gut die Rippen fühlen kann. Kalorienarme Kauartikel können bei uns schon einmal eine kalte Möhre, Wassermelone oder Hundeeis sein. Für selbstgemachtes Hundeeis nehme ich Joghurt oder Quark, mische ihn mit Banane oder auch mal Leberwurst und fülle die Mischung in einen Kong oder in einen kleinen Becher. Das Ganze wandert dann in den Gefrierschrank und nach ein paar Stunden genießen Oscar und Pitch das kalte Vergnügen. Ganz nebenbei ist dies auch eine tolle Beschäftigungsmöglichkeit für heiße Tage. Selbstverständlich achte ich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und wechsel mehrfach am Tag das Trinkwasser im Napf. Bei Hunden, die nur ungern trinken, kann man etwas schummeln, indem man ins Trinkwasser etwas Buttermilch oder Brühe mischt. Oft trinken die Hunde dann zügig den Napf leer, aber die meisten Hunde nehmen sich von alleine, was sie brauchen.

Liegeplätze

Viele Hunde suchen sich im Sommer neue Liegeplätze abseits ihrer gewohnten Hundebetten und Hundekissen. Man findet sie dann vorwiegend auf kühlen Steinfussböden oder im Badezimmer. Oscar hat sich als Welpe beispielsweise bei 40 Grad Außentemperatur in Michigan immer in unsere Badewanne zurück gezogen.

Wer eine komfortablere Möglichkeit eines geeigneten Ruheplatzes für seinen Hund sucht, sollte auf jeden Fall darauf achten, dass der Platz im Haus in einer ruhigen, dunkleren Ecke steht. Wer Hundebetten und Hundekissen von SLEEPY DOG hat, kann zumindest einen gewissen Vorteil verbuchen: das verwendete Latex in der Füllung wirkt temperaturausgleichend und selbst im Auto heizen sich die Liegeplätze weniger stark auf.

Bewegung, Training und Beschäftigung

Auch im Sommer gilt es, den Hund artgerecht zu beschäftigen. Lange Spaziergänge und Radfahren sowie Training sollte man jedoch auf die frühen Morgenstunden oder den Abend verlegen. Hunde sind generell sehr anpassungsfähig und nehmen es einem nicht übel, wenn es statt eines langen Mittagsspaziergangs nur eine kurze Löserunde gibt und dann am Abend ein längerer Spaziergang ansteht. Ideal ist bei heißen Temperaturen natürlich ein Spaziergang mit Bademöglichkeit. Wenn dein Hund wasserfreudig ist, ist dies die perfekte Möglichkeit ihn gut auszulasten und vielleicht schwimmt ihr gemeinsam eine Runde durch den See oder im Meer. Achte dabei aber darauf, dass Hunde an der Badestelle erlaubt sind und dass das Wasser einigermaßen sauber ist. Kleine Tümpel mit fragwürdiger Wasserqualität können unliebsame Folgen haben: kommt eine kleine, oberflächliche Schnittwunde dazu, können sich schnell böse Hautentzündungen wie bsp. Hotspots ausbreiten. Auch liegen in Ufernähe oft Glasscherben und ähnlicher Unrat herum. Geeignetes Wasserspielzeug findet man in sämtlichen Tierzubehörläden und Onlineshops. Stöcke als Wurf- und Apportierspielzeug sind absolut nicht geeignet, da sich der Hund daran verletzen kann. Achte bitte auch darauf, dass dein Hund beim Schwimmen kein Halsband trägt. Er könnte sich verfangen und dann nicht mehr von alleine loskommen!
Wer einen Garten hat, der hat vielleicht die Möglichkeit, dem Hund eine Bademöglichkeit aufzubauen. Hierfür gibt es spezielle Hundepools, aber es reicht selbstverständlich auch ein altes Kinderplanschbecken oder eine Sandmuschel.
Dem normalen Hundetraining steht für gewöhnlich Nichts im Wege. Ich achte darauf, dass ich ausreichend Wasser für meine Hunde dabei habe und benetze den Nasenschwamm regelmäßig mit Wasser, wenn wir nasenintensive Arbeiten wie bsp. Suchen oder Fährten trainieren. Dafür habe ich praktische Wassernäpfe für unterwegs in Form von faltbaren Trinknäpfen oder Trinkflaschen mit integriertem Auffangbehälter dabei. Die Trainingspausen verbringen Oscar und Pitch im Schatten und ich achte auf kurze Trainingseinheiten mit vielen Ruhepausen.

2 Antworten
  1. Die mobile Hundeschule
    Die mobile Hundeschule says:

    Schöner Artikel. Speziell beim Transport in südliche Länder heizt sich ein Auto schnell auf. Auch wenn es nur darum geht kurz auf Toilette zu gehen, sollte der Hund stets das Auto verlassen dürfen. Schließlich wollen wir Menschen das ja auch, weil es uns sehr heißt ist. Auch der Hund soll Urlaub haben..
    LG

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