Newsletter September 2015

Igeltaxi

Was für eine Aufregung am frühen Morgen – oder auch ‘Die Geschichte vom Igel, der Kilometer machte’! Aber von Anfang an. Unsere morgentliche Joggingrunde laufen die Hunde und ich (sehr zu meinem Leidwesen) mittlerweile wieder in völliger Dunkelheit.  Zwar haben die Hunde Refklektorhalsbänder und ich natürlich Stirnlampe und Co, aber ich mußte mir heute dann doch eingestehen, dass der Sommer endgültig fast vorüber ist und wir zum Einbruch der Morgendämmerung längst wieder zu Hause sind. Trotzdem eine wunderschöne Zeit zum Laufen, denn man ist für sich und startet mit einem freien Kopf in den Tag, Nachteil: man sieht nicht mehr alles was die Vierbeiner neben und vor einem so tun.

Wir waren also heute gut 2/3 der Strecke gelaufen und es war Zeit, die Hunde ins Fuss zu holen, denn auf dem letzten Streckenabschnitt geht es Richtung Stadtmitte und es tummeln sich dann auf dem Wander- und Radweg einige frühe Fahrradfahrer. Gar kein Problem für die Jungs, sie laufen brav an meiner Seite, einzig verwundert war ich etwas über die Ohrenhaltung von Pitch. Diese lagen nämlich unterwürfig eng am Kopf. Ich schob es auf mein kleines Mitarbeitergespräch zu Beginn der Laufrunde, als der Herr der Meinung war, er könnte die Straßenüberquerung vor mir angehen. An der ersten Straßenkreuzung in der Stadt saß er dann auch sehr brav und artig neben mir. Immer noch mit angelegten Ohren, aber wedelnder Rute, aber er wartete bis die Grünphase uns das Überqueren der Straße erlaubte. Wir liefen die letzten Kilometer nach Hause. Vor unserem Haus nahm ich wahr, dass Pitchs Lefze einseitig eingeklappt war. Ertappt, denn das ist ein sicheres Zeichen dafür dass er garantiert irgendwas mit sich herum trägt. Und richtig, er hob den Kopf, wedelte wie wild mit der Rute und ich sah Stacheln aus dem Fang blitzen. Oh je, ein Igel. Der hatte sich seinen Morgen sicherlich auch ein wenig anders vorgestellt und war nicht als freiwilliger Anhalter unterwegs. Also noch einmal umdrehen, ein ruhiges, laubbedecktes Plätzchen suchen, Igel ablegen lassen, mit Laub bedecken und abwarten. Der kleine Kerl entrollte sich auch ganz schnell und lief von dannen. Unversehrt und auf Erkundungstour seines neuen Nahrungsgebietes.

Für die Tierschützer unter euch: natürlich habe ich im Anschluss noch einmal auf der Seite des Nabu und bei Pro-Igel nachgeschaut und mich vergewissert, dass wir uns einigermaßen korrekt verhalten haben.
Und Pitch? Der braucht sicherlich erst einmal eine Floh- und Wurmkur.

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