Ruhe will gelernt sein

Bin ich gestresst bist auch du gestresst

Hunde mit einer engen Bindung zu ihrem Hundeführer können mitunter sehr sensibel auf Verhaltensänderungen der Bezugsperson reagieren. Besonders wenn der Hund selber sehr sensibel ist, d.h. er eine höhere Bereitschaft zur Reaktion auf Veränderungen zu reagieren. Nicht umsonst gibt es Hunde, die nahezu krankheitstypische Symptome zeigen, wenn die Bezugsperson selber eine schwere Krankheit hat.

Ähnlich verhält es sich mit der Stressresistenz und dem Umgang mit Stress. Es gibt Hunde, die sind stärker anfällig für Stress-Situationen als andere, die ein ‘dickeres Fell’ haben. Fakt ist jedoch, dass jeder Hund auf Stress reagiert. Der eine Typ Hund, indem er sich hochfährt, der andere, indem er sich mehr in sich zurückzieht (was widerum oft fälschlicherweise nicht als eine Reaktion auf Stress eingeschätzt wird).

Der Umgang mit Stress wird in der Hundeerziehung teilweise unterschätzt. Denn Stress kann Training so maßgeblich beeinflussen, dass ein erfolgreiches Lernen nicht möglich ist. Manchmal gibt es dann Aussagen wie “Der Hund hat keine Motivation und will einfach nicht” oder aber “Der Hund hat so einen hohen Trieb, den bekommt man einfach nicht in den Griff”. Ganz so einfach sollten wir es uns aber nicht machen!

Fehlverhalten ist immer nur ein Puzzleteil in der Hundeerziehung. Wichtig ist aber, das Training ganzheitlich zu sehen und dazu zählt neben der Gesundheit des Hundes und einem vernünftig und durchdachten Trainingsaufbau auch die Stressbelastbarkeit des Hundes und vor allem die Stressresistenz des Hundeführers! So manch einer wundert sich, dass es im Training wunderbar funktioniert, geht man jedoch auf die Prüfung sind sowohl Hund als auch Hundeführer neben der Spur. Oder aber der Erzfeind des Hundes kommt um die Ecke und unsere erste Reaktion ist: Leine straff, Herzklopfen und Anflüge leichter Panik. Maßgeblich das Stresslevel des Hundes zu beeinflussen liegt eben auch im Verhalten des Hundeführers.

Ruhe will gelernt sein

Geht dieser bereits mit schweißnassen Händen und klopfenden Herzen zu einer Prüfung, dann ist es kaum verwunderlich, dass der Hund (der den lieben, langen Tag nichts anderes zu tun hat, als uns wie die Leuchtreklame am Times Square zu lesen und zu interpretieren) die eigene Stresshormonproduktion ebenso anwirft. Bekommen wir Schnappatmung, weil wir wissen, dass unser leinenaggressiver Hund massive Probleme hat an einem anderen Hund locker vorbei zu gehen, dann gehen wir eben nicht entspannt am frühlingshaften Sonntag spazieren, sondern sind auf der Hut und innerlich gewappnet für den möglichen ‘Angriff’. Sind wir tiefenentspannt, weil der Hund die letzten Trainingseinheiten alles perfekt gemeistert hat, dann wundern wir uns mitunter darüber, dass dieser ausgerechnet heute lahm und gelangweilt über den Agility-Parcours dümpelt.

Dein Hund spiegelt dich und dein Verhalten. Es ist nur ein Puzzleteil im Training, aber einer, dem es sich lohnt mehr Beachtung zu schenken. Hast auch du Beispiele dafür, dass dein Hund auf deinen Stress reagiert?

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