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Hund und Kind Ausbildung

Hund und Kinder – eine Anekdote aus dem Leben eines Familienhundes

Ein Hund ist ein tolles Familienmitglied, anhand dessen Kinder den Umgang mit anderen Lebewesen, Rücksichtnahme und Verantwortung lernen können. Natürlich liegt die Hauptlast für Ausbildung, Pflege und Fütterung bei den Eltern, so dass von einer Anschaffung eines Hundes FÜR ein Kind bis zu einem gewissen Alter abzuraten ist. Wir möchten an dieser Stelle aber mal einen kleinen – ganz privaten – Einblick in unser Familienleben mit Hunden geben und zeigen, wie Kinder mit bzw. durch Hunde eine ganze Menge lernen können.

Wir haben zwei Golden Retriever, die zum einen natürlich ‘Mitarbeiter’ unserer Firma sind, aber natürlich auch Familienhunde. Golden Retriever sind Jagdhunde, d.h. sie werden für die jagdliche Arbeit nach dem Schuss gezüchtet und ihre ganz besondere, angewölfte Eigenschaft besteht in einem ruhigen und führigen Temperament und einem hohen Finderwillen bei der Nachsuche auf Wild, gepaart mit der Bereitschaft mit dem Hundeführer dabei zu kooperieren. Erstere Eigenschaften machen ihn deshalb auch zu einem sehr geeigneten Familienhund, aber auch die zweite Haupteigenschaft kann in einer Familie durchaus von Vorteil sein. Beide unsere Hunde werden auch jagdlich geführt, d.h. sie haben von Welpenbeinen an gelernt, ihre Nase für verschiedene Arten von Suchen einzusetzen. Besonders unser ‘Senior’ Oscar, der mittlerweile 8,5 Jahre alt ist, sucht ausdauernd und nimmermüde – egal ob Stofftier, Tennisball oder in der Jagdsaison eben Wild. Soviel zur Einleitung zur folgenden Anekdote zum Thema Familienleben mit Hund.

Unsere große Tochter geht in einen Waldkindergarten und eines der dortigen Verbote ist, dass die Kinder eigenes Spielzeug mitbringen, da es zum einen dort kein Spielzeug im herkömlichen Sinne gibt, zweites Streiereien verhindert werden sollen und vor allen Dingen Drittens: verliert man es im Wald – so ist es weg! All das weiß natürlich (eigentlich) auch unsere Tochter. Nun war Oma mal wieder auf einem Spielzeugflohmarkt unterwegs und brachte neue Schleich-Tiere für die Kinder mit: Pferd, Schwein und auch zwei kleine Katzen ca . 3cm groß und aus Hartplastik. Und genau eine dieser Katzen hatte sie trotz Verbots morgens in ihrer Jackentasche ‘mitgeschmuggelt’. Das wäre vielleicht nicht weiter schlimm gewesen, wenn sie denn auch in der Jackentasche geblieben wäre, aber natürlich mußte die Katze auch gezeigt werden. Es kam wie es kommen mußte: als ich mein Kind mittags aus dem Kindergarten abholte, kam sie mir schleichend und mit hängendem Kopf entgegen und sagte mit leiser Stimme, dass sie ihre Katze verloren hätte. Insgeheim schmunzelte ich, denn was gibt es Besseres, als dass Mamas Ermahnungen eintreffen? Richtig! Eine bereits angemahnte Konsequenz: das Teil war weg. Materialistisch wie Kinder sind kam folglich die Frage, ob ich denn nicht eine neue Katze kaufen könnte. Strafe muss sein, also natürlich Nein, das können wir nicht, schließlich hatten wir die Diskussion bereits einige Male, warum Spielzeug nicht in den Kindergarten mitgenommen werden soll. Langes Gesicht und Tränen.

Auf dem Heimweg hörte ich dann zunächst gar nichts und irgendwann kam kleinlaut hinten aus dem Auto: “Aber wir haben doch Hunde!” “Ja, und?” “Aber die finden doch alles, Mami” Hmm, wo sie Recht hat, hat sie Recht. Ich erklärte ihr dann, dass unsere Hunde ja gute Nasen hätten, aber dass man ihnen eben auch beibringen muss, welchen Geruch sie suchen sollen und wie das ganze Training funktioniert. Meine Tochter hörte aufmerksam zu und sagte dann ganz entschlossen: “Dann bringe ich das meinem Oscar bei und geh mit ihm die Katze suchen!” Warum eigentlich nicht, dachte ich mir – so ist das Kind jedenfalls nachmittags beschäftigt und der Hund hat seinen Spaß. Ich sagte ihr, dass ich das gut finde, ich aber ihr nicht verspreche könne, dass der Hund die Katze dann finden wird. Außerdem versprach ich, dass ich mit ihr am nächsten Tag die Katze suchen würde, wenn sie denn selber dem Hund die Suche nach der Katze beibringen würde.
Gleich nach dem Mittagsessen schnappte sie sich Hund und ein anderes der zig Schleichtiere und übte mit ihm. Oscar saß erst einmal ganz verdattert vor ihr. Kinderspielzeug ist Verboten für unsere Hunde, also machte er erst mal gar nix und brachte ihr auf ‘Such’ sämtliche seiner Stofftiere. Das Kind war frustriert. Ich zeigte meiner Tochter, dass sie Oscar zunächst beibringen müßte, dass er die Katze aufnimmt. Sie übte das Aufnehmen aus der Hand, dann vom Boden und als beides gut klappte, versteckte sie die Katze in sämtlichen Räumen und Oscar durfte sie suchen. Damit waren sie gut eine halbe Stunde beschäftigt und meine Tochter siegessicher, dass Oscar nun auch die Katze in der Wiese finden würde. Ich erklärte ihr daraufhin, dass Oscar nun aber auch lernen müsse, die Katze auch in anderer Umgebung z.B. draußen zu suchen. Also zog sie mit Oscar in den Hof und suchte die Katze in Gebüschen und im Rasen.

Am nächsten Tag hielt ich mein Versprechen und holte sie gemeinsam mit Oscar aus dem Kindergarten ab. Die erste Herausforderung bestand darin, den Platz zu finden, an dem die Katze in etwa verloren gegangen war. Die Erzieherinnen hatten mir zwar in etwa grob erklärt, wo sie am Vortag hingewandert waren, aber den Platz kannte ich nicht. Wir zogen zunächst gut eine halbe Stunde durch den Wald, geleitet von einer sehr motivierten Fünfjährigen, die noch sehr genau wußte, wo sie längs gelaufen waren – zum Glück, denn ich hätte die Wiese sicher nicht gefunden. Für Oscar hatte ich das Schweißgeschirr eingepackt und den Schweissriemen, denn mir war klar, dass wir die Katze nur mit tiefer Nase finden würden, denn die Wiese war kniehoch und es galt also, den Hund an den Stellen klein zu halten, an denen die Kinder am Vortag gespielt hatten. Meine Tochter zog Oscar Schweissgeschirr und Riemen an, ich hielt ihn und sie schickte ihn zur Suche. Stück für Stück liefen wir das Areal ab. Zur Sicherheit hatte ich mehrere der kleinen Plastiktiere eingepackt, die ich alle paar Minuten unbemerkt fallen ließ, so dass der Hund zwischendrin auch Erfolg in der Suche hatte. Oscar suchte unermüdlich, das Kind lief vorweg und zeigte die Plätze an, an denen sie war und an denen sie sicher war, dass sie die Katze noch hatte. Wir suchten etwa 20 Minuten, als der Hund anzeigte, dass er unter einem niedergetrampelten Grasbüschel Witterung hatte. Ich gab meiner Tochter an, dass sie mit ihm gemeinsam dort suchen sollte. Und tatsächlich! Unter den langen Halmen entdeckten wir die schwarz-weiße Plastikkatze. Das Kind war glücklich – Oscar fix und alle – und ich zufrieden, dass beide eine Lektion gelernt hatten. Oscar ist nun noch mehr der Hund meiner Tochter als vorher, Spielzeuge bleiben seither klaglos zu Hause und wir haben nun neben Dummy- und Jagdhund auch vermutlich den ersten Katzennachsuchenhund in Esslingen.

 

Oscar Schildkröte

Oscars Welt: Schildkröten sind keine Kauartikel

In erster Linie ist Oscar ein Hund. Hunde kauen gern. In zweiter Linie ist Oscar aber auch ein Retriever, was von ‘to retrieve’ kommt und übersetzt in etwa: ‘zutragen’ bedeutet. Die Rasse wird in erster Linie für die jagdliche Arbeit nach dem Schuss gezüchtet, um krank geschossenes oder erlegtes Wild dem Schützen zu zu tragen. Retriever tragen dementsprechend vieles: von der Brötchentüte über Bälle bis hin zu Dummies. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass Retriever ausschließlich Dinge tragen, die sie tragen sollen, sondern sie tragen auch Dinge, die nicht explizit in Auftrag gegeben werden.

Oscar war etwa 2 Jahre alt, als sich folgende Episode zutrug: wir waren auf Stippvisite bei Bekannten und Oscar durfte sich frei im Garten bewegen, während wir einen gemütlichen Plausch hielten. Irgendwann verschwand Oscar Richtung Schuppen und war ein Weilchen unterwegs, weswegen ich ihn zu uns rief. Man kann ja nie wissen. Er kam auch postwendend und vor allem schwanzwedelnd zu uns. Für mich ein deutliches Zeichen, dass er irgendetwas im Fang schmuggelte. Er hat dann immer diesen leicht, verklärten Gesichtsausdruck. Ich rief ihn folglich zu mir heran und gab ihm das Kommando ‘Aus’. Langsam öffnete er seinen Fang und präsentierte mir etwas, was definitiv nicht nach Ball oder Brötchen aussah, sondern mehr wie ein platter, großer Stein. In dem Augenblick kam auch schon der Nachbar um die Ecke und rief aufgeregt, ob wir Bruno gesehen hätten. Bruno? Mir dämmerte etwas. Bruno hatte sich sicherheitshalber in das dritte Untergeschoss in den Panic-Room zurück gezogen, aber bei genauerer Betrachtung des Gegenstandes, den ich ihn der Hand hielt, wurde mir sehr bewusst, dass Bruno bei mir in ‘Sicherheit’ war und dass ich keinesfalls einen Stein in der Hand hielt. Bruno sah mich nicht ganz als schützendes Refugium, denn meine nähere Bekanntschaft wollte er zunächst nicht machen. Zu allem Überfluss hatte Brunos schützendes Dach leichte Beschädigung genommen. Das hat man nun davon, wenn man seinen Hund roh ernährt. Schildkröten sind eben nicht die passenden Kauartikel! Nun war guter Rat teuer. Oscar schaute etwas belämmert aus der Wäsche. Ja, ich weiß, Hunde haben kein schlechtes Gewissen, aber er sah doch ein klein wenig danach aus. Wir suchten derweil im Rasen fieberhaft nach Brunos fehlenden Panzerstückchen und fanden auch einige, aber ein großes Stück fehlte. Ein Blick zu Oscar (der dabei leicht zurück wich, vermutlich ahnte er, was kommen sollte) und dann ging es ab zum Tierarzt. Mit der passenden Spritze konnten wir das fehlende Panzerteil von Bruno wieder hervor befördern. Oscar fand das nicht so toll, aber Bruno war das sichtlich egal, dem hätte es sonst auf ewig bei ihm rein geregnet, was ja auch nicht so toll ist. Ausgleichende Gerechtigkeit also. Bruno genoss anschließend 5 Tage (für uns kostspieligen) Aufenthalt in der Wellnessklinik und hat weder einen bleibenden gesundheitlichen noch einen psychischen Schaden behalten, soweit wir das beurteilen können. Und Oscar? Er ist immer noch ein Hund, der gerne kaut und ein Retriever, der gerne trägt, aber er paßt nun immer ganz besonders auf, ob er wirklich einen Stein apportiert. Und wir? Wir haben ihm sicherheitshalber beigebracht, dass es nur wenige Dinge gibt, auf denen er rumkauen darf.

Oscars Welt: Geschichten aus Oscars Hundeleben

Wir dürfen vorstellen?

Sir Oscar of Auburn Hills, genannt Oscar, Knall(tütchen), Schaufel-Oscar oder auch Kasper. 6 Jahre alt, Rasse: Golden Retriever, Geschlecht Rüde, Farbe Gold, Wesen: unverkennbar. Sein Charme ist unverwechselbar und vor allen Dingen oft umwerfend. Mit ihm erleben wir die ein oder andere Überraschung. In erster Linie bringt er sehr viel Leben und Liebe (immer ganz wichtig!) in unser Leben. Zur allgemeinen Erheiterung öffnen wir hiermit die Privatschatulle unserer Geschichten und Erlebnisse mit Oscar. Der eine hat sie mit uns gemeinsam erlebt und erinnert sich schmunzelnd, daran – für den Rest der Welt muß das geschriebene Wort, gepaart mit ein wenig Vorstellungsvermögen und ordentlich Phantasie ausreichen. Wir wünschen ganz viel Spaß beim Lesen. Zur besseren Verfolgung seiner Erzählungen findet ihr die Erlebnisse in der Blog-Kategorie: Hundealltag.

Relaunch des Sleepy Dog Hunde Blog

Als Hersteller von Hundebetten, Hundekissen und Hundedecken sind wir tagtäglich nah dran an der Hundewelt. Wir leben, arbeiten und trainieren mit unseren eigenen und mit anderen Hunden und entwickeln nicht nur unsere Produkte aufgrund dieser Erfahrungen, sondern auch uns selber. In unserem Blog geben wir Einblick in Arbeit, Leben und Training mit unseren Hunden und möchten dir ein Stück weit in unseren Alltag mitnehmen. Wir hoffen, es gefällt dir und ihr lacht, schmunzelt und fiebert mit uns.

Habt ihr Fragen zu einem der Blogartikel? Dann diskutiert mit uns oder schreibt eure Fragen einfach unter den jeweiligen Blogartikel. Wir tauschen uns gerne mit dir über die Themen weiter aus!

Dein Sleepy Dog Team mit den Golden Retrievern Oscar & Pitch und Cendrea & Edlynne