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Hundetraining: Auf deinen Platz

Vor kurzem haben wir darüber geschrieben, warum ein Hundebett oder Hundekissen für deinen Hund so wichtig ist. Nun wollen wir Schritt für Schritt erklären, wie du deinem Hund beibringen kannst, in sein Hundebett oder auf sein Hundekissen zu gehen und er lernt, sich dort zu entspannen.

Da es darum geht, eine möglichst niedrige Erwartungshaltung aufzubauen, da der Hund lernen soll, sich zu entspannen, übt man anfangs am Besten mit dem Welpen/Hund, nachdem er sich draußen ausgetobt hat. Wichtig ist auch, dass (zumindest zu Beginn) der Schlafplatz immer an der gleichen Stelle stehen sollte, denn der Hund lernt Kommandos zunächst ortsbezogen, bevor ein Kommando generalisiert werden kann.

Schritt 1
Mit deinem müden Hund gehst du zu seinem Hundebett oder Hundekissen. Idealerweise geht er von selber in sein Hundebett, alternativ kannst du mit Leckeren ein wenig nachhelfen. Achte dann aber darauf, dass dein Hund sich vor lauter Begeisterung nicht wieder hochfährt. Nun setzt du dich neben das Bett und wartest, bis sich dein Hund von selber hinlegt und entspannt. Probiert er, das Bett oder das Kissen zu verlassen, hinderst du ihn ruhig und bestimmt daran. Legt er sich dann wieder hin, darfst du ihn auch mit ruhiger (!!!) Stimme loben und streicheln. Vermeide jede Form von Hektik, lauten ‘Nein’ Rufen oder anderen verbalen Strafen, denn es geht darum, dass der Hund den Platz nicht mit Strafe verbindet. Stellst du bsp. bei einem sehr jungen Hund fest, dass er doch aufdreht, beende die Übung und fange zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal von vorne an.

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Schritt 2
Dein Welpe/Hund hat verstanden, dass er sich entspannen darf und kann und sein Hundebett sein Rückzugsort ist. Liegt er entspannt in seinem Bett, kannst du dich selber vom Hundebett entfernen. Es gibt zwei Möglichkeiten: erstens, dein Hund schläft ein und zweitens, er bemerkt, dass du dich entfernst und beobachtet dich. Je nach Ausbildungsstand und Alter des Hundes wartest du ein Weilchen ab und gibst dann ein Auflösungskommando, welches dem Hund erlaubt, zu dir zu kommen bzw. den Platz zu verlassen.

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Klappt dies problemlos und ruht der Hund weiter oder wartet bis er sein Auflösungskommando bekommen hat, so hast du bereits ein gutes Stück in der Ruheerziehung geschafft und darfst zu Schritt 3 weitergehen.

Schritt 3
Nun ist es an der Zeit, ein Kommando einzuführen. Ich persönlich schicke meine Hunde mit dem Signal ‘In die Kiste’ in ihre Hundebetten, da alle Kommandos in Verbindung mit ‘Platz’ im Konflikt mit dem Platz-Kommando standen.
Mit dem Kommando ‘In die Kiste’ begleitest du deinen Hund zum Schlafplatz und verfährst dann im Weiteren so wie in Schritt 1 und Schritt 2.

Wie jedes neue Kommando, muss auch dieses immer wieder – am besten mehrmals am Tag – geübt werden. Außerdem sollte man gerade bei Welpen vermeiden, den Hund unbeaufsichtigt zu lassen, wenn er auf seinem Hundekissen oder in seinem Hundebett liegt. Schneller als so mancher denkt, werden Welpen auch wieder wach und können u.U. sehr kreativ in Sachen Zimmerumgestaltung oder Schlafplatzrenovierung werden. Könnt ihr euren Welpen nicht beaufsichtigen, solltet ihr in den ersten Monaten einen wirklich sicheren Platz für den Hund wählen bsp. einen Zimmerkennel, Autotransportbox oder Laufstall. Auch dieser Platz wird ausschließlich positiv belegt und gewährleistet für beide Seite eine sichere Zeit, bis der Jungspund aus dem Gröbsten raus ist.

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Fünf gute Gründe für ein Hundebett

Du hast dich schon immer gefragt, warum dein Hund ein Hundebett oder Hundekissen benötigt? Wir geben dir fünf gute Gründe, warum sich die Anschaffung eines Hundebettes für dich und für deinen Hund wirklich lohnt.

1. Rückzugsort für deinen Hund

Ein Hund benötigt einen Ort, an den er sich zurückziehen kann. An dem er Ruhe vor Kindern, Besuch oder anderen Umwelteinflüssen hat. Er sucht sich i.d.R. angestammte Plätze – zwischen diesen wechselt er im Laufe des Tages. Wichtig ist, diese Rückzugsorte zu akzeptieren, d.h. der Hund wird an seinen Rückzugsorten nicht gestört. Dies gilt besonders durch Kinder. Sie müssen lernen, dass der Hund an diesem Ort in Ruhe gelassen wird.

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2. Trainingsziel: “Auf deinen Platz”

Hat sich ein Platz etabliert, kann man den Stammplatz auch für das ‘Haustraining’ nutzen und den Hund an diesen Platz verweisen, wenn z.B. der Postbote klingelt, Besuch erwartet wird oder das Haus gesäubert werden muss. Der Hund empfindet diesen Platz dann keinesfalls als ‘stille Ecke’, sondern kann sich dort entspannen. Gerade für Hunde mit ausgeprägtem Territorialverhalten oder auch für Alarmbeller eignet sich der fester Platz als Rückzugsort. Sie dürfen kurz ‘bescheid geben’ und der Hundebesitzer kann sie anschließend auf den Platz verweisen, an dem sie ruhig und entspannt abwarten und können. Das Training beginnt man am Besten von Welpenalter an und nutzt dabei aus, dass der kleine Hund noch viel Schlaf benötigt.

Wie du deinem Hund Schritt für Schritt beibringen kannst, ein Hundebett als Ruhe- und Rückzugsort anzunehmen, beschreiben wir in der nächsten Woche.

3. Ein zugewiesener Platz = klare Leitlinien für alle

Zugegebenermaßen: ein Hund im Bett oder auf dem Sofa kann eine kuschelige Angelegenheit sein. Es gibt mittlerweile auch sehr gute Hundedecken, mit denen sich das teure Sofa oder das Bett gegen Dreck und Nässe schützen lässt.

Die PROTECT Hundedecke eignet sich als Schondecke für Sofas

Die PROTECT Hundedecke eignet sich als Schondecke für Sofas

Nun kann man verhaltenstechnisch unterschiedlicher Auffassung darüber sein, ob dies nun wirklich Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Hund und Besitzer hat oder nicht. Da es jedoch nicht wenige Berichte darüber gibt, in denen Hundebesitzer beschreiben, dass der Ehemann oder die Ehefrau urplötzlich sich nicht mehr aufs Sofa setzen oder nachts nicht ins Bett steigen durfte, wenn der Hund selber drauf lag , kann die logische Schlussfolgerung nur die sein, dass es in diesen Fällen für das Teilen der gemeinsamen Sitz- und Liegeplätze klare Regeln geben muss. Stimmt allgemein bereits der Gehorsam und die Achtung von aufgestellten Regeln nicht, ist ein zugewiesener Platz für den Hund und die Erlaubnis, auf das Sofa oder Bett gehen zu dürfen ein absolutes MUSS.

4. Ein hochwertiger Schlafplatz zahlt sich langfristig aus

Das Angebot an Hundebetten und Hundekissen ist riesig. Wofür du dich entscheidest, hängt natürlich primär von deinem persönlichen Geschmack ab. Es gibt dennoch ein paar Dinge, auf die es sich zu achten lohnt:

  • In der Anschaffung billig bedeutet nicht, dass es auch langfristig billiger ist. Ein hochwertig  verarbeitetes Hundebett oder Hundekissen mag zunächst einmal teurer sein, aber wenn es dann nahezu ein Hundeleben lang hält und dank geeigneter Oberfläche wie bsp. Kunstleder oder Leder auch keine regelmäßigen Waschgänge in der Waschmaschine benötigt, dann ist das zunächst teurere Produkt langfristig günstiger, als das Hundekissen, welches regelmäßig gewaschen werden muss und aufgrund seiner Verarbeitung und Materialqualität nur 2-3 Jahre hält.
  • Dein Hund schläft im Schnitt 20 Stunden am Tag. Du solltest darauf achten, dass er in seinem Schlaf eine optimale Belastung des Bewegungsapparates bekommt. Orthopädische Hundebetten sind daher herkömmlichen Liegeplätzen mit Schaumstoff- oder einfacherer Polyestervliesfüllung zu bevorzugen. Sie sind nicht nur ein Marketinggag, sondern machen wirklich Sinn. Des weiteren sind hochwertige Füll- und Außenmaterialien langlebiger.

5. Guter Schlaf = aktiver und ausgeglichener Hund

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Wie auch beim Menschen, ist der Schlaf maßgeblich für die Leistungsfähigkeit und die Ausgeglichenheit deines Hundes. Hunde, die optimal entspannen und schlafen können, sind leistungsfähiger, aktiver und wacher. Sie können sich beim Training besser konzentrieren und auf längeren Wanderungen, Fahrradtouren oder anderen Aktivitäten besser mithalten. Aber auch weniger aktive Hunde, benötigen einen entspannten Schlaf. Sie sind ausgeglichener und weniger reizbar.

Hund und Kind Ausbildung

Hund und Kinder – eine Anekdote aus dem Leben eines Familienhundes

Ein Hund ist ein tolles Familienmitglied, anhand dessen Kinder den Umgang mit anderen Lebewesen, Rücksichtnahme und Verantwortung lernen können. Natürlich liegt die Hauptlast für Ausbildung, Pflege und Fütterung bei den Eltern, so dass von einer Anschaffung eines Hundes FÜR ein Kind bis zu einem gewissen Alter abzuraten ist. Wir möchten an dieser Stelle aber mal einen kleinen – ganz privaten – Einblick in unser Familienleben mit Hunden geben und zeigen, wie Kinder mit bzw. durch Hunde eine ganze Menge lernen können.

Wir haben zwei Golden Retriever, die zum einen natürlich ‘Mitarbeiter’ unserer Firma sind, aber natürlich auch Familienhunde. Golden Retriever sind Jagdhunde, d.h. sie werden für die jagdliche Arbeit nach dem Schuss gezüchtet und ihre ganz besondere, angewölfte Eigenschaft besteht in einem ruhigen und führigen Temperament und einem hohen Finderwillen bei der Nachsuche auf Wild, gepaart mit der Bereitschaft mit dem Hundeführer dabei zu kooperieren. Erstere Eigenschaften machen ihn deshalb auch zu einem sehr geeigneten Familienhund, aber auch die zweite Haupteigenschaft kann in einer Familie durchaus von Vorteil sein. Beide unsere Hunde werden auch jagdlich geführt, d.h. sie haben von Welpenbeinen an gelernt, ihre Nase für verschiedene Arten von Suchen einzusetzen. Besonders unser ‘Senior’ Oscar, der mittlerweile 8,5 Jahre alt ist, sucht ausdauernd und nimmermüde – egal ob Stofftier, Tennisball oder in der Jagdsaison eben Wild. Soviel zur Einleitung zur folgenden Anekdote zum Thema Familienleben mit Hund.

Unsere große Tochter geht in einen Waldkindergarten und eines der dortigen Verbote ist, dass die Kinder eigenes Spielzeug mitbringen, da es zum einen dort kein Spielzeug im herkömlichen Sinne gibt, zweites Streiereien verhindert werden sollen und vor allen Dingen Drittens: verliert man es im Wald – so ist es weg! All das weiß natürlich (eigentlich) auch unsere Tochter. Nun war Oma mal wieder auf einem Spielzeugflohmarkt unterwegs und brachte neue Schleich-Tiere für die Kinder mit: Pferd, Schwein und auch zwei kleine Katzen ca . 3cm groß und aus Hartplastik. Und genau eine dieser Katzen hatte sie trotz Verbots morgens in ihrer Jackentasche ‘mitgeschmuggelt’. Das wäre vielleicht nicht weiter schlimm gewesen, wenn sie denn auch in der Jackentasche geblieben wäre, aber natürlich mußte die Katze auch gezeigt werden. Es kam wie es kommen mußte: als ich mein Kind mittags aus dem Kindergarten abholte, kam sie mir schleichend und mit hängendem Kopf entgegen und sagte mit leiser Stimme, dass sie ihre Katze verloren hätte. Insgeheim schmunzelte ich, denn was gibt es Besseres, als dass Mamas Ermahnungen eintreffen? Richtig! Eine bereits angemahnte Konsequenz: das Teil war weg. Materialistisch wie Kinder sind kam folglich die Frage, ob ich denn nicht eine neue Katze kaufen könnte. Strafe muss sein, also natürlich Nein, das können wir nicht, schließlich hatten wir die Diskussion bereits einige Male, warum Spielzeug nicht in den Kindergarten mitgenommen werden soll. Langes Gesicht und Tränen.

Auf dem Heimweg hörte ich dann zunächst gar nichts und irgendwann kam kleinlaut hinten aus dem Auto: “Aber wir haben doch Hunde!” “Ja, und?” “Aber die finden doch alles, Mami” Hmm, wo sie Recht hat, hat sie Recht. Ich erklärte ihr dann, dass unsere Hunde ja gute Nasen hätten, aber dass man ihnen eben auch beibringen muss, welchen Geruch sie suchen sollen und wie das ganze Training funktioniert. Meine Tochter hörte aufmerksam zu und sagte dann ganz entschlossen: “Dann bringe ich das meinem Oscar bei und geh mit ihm die Katze suchen!” Warum eigentlich nicht, dachte ich mir – so ist das Kind jedenfalls nachmittags beschäftigt und der Hund hat seinen Spaß. Ich sagte ihr, dass ich das gut finde, ich aber ihr nicht verspreche könne, dass der Hund die Katze dann finden wird. Außerdem versprach ich, dass ich mit ihr am nächsten Tag die Katze suchen würde, wenn sie denn selber dem Hund die Suche nach der Katze beibringen würde.
Gleich nach dem Mittagsessen schnappte sie sich Hund und ein anderes der zig Schleichtiere und übte mit ihm. Oscar saß erst einmal ganz verdattert vor ihr. Kinderspielzeug ist Verboten für unsere Hunde, also machte er erst mal gar nix und brachte ihr auf ‘Such’ sämtliche seiner Stofftiere. Das Kind war frustriert. Ich zeigte meiner Tochter, dass sie Oscar zunächst beibringen müßte, dass er die Katze aufnimmt. Sie übte das Aufnehmen aus der Hand, dann vom Boden und als beides gut klappte, versteckte sie die Katze in sämtlichen Räumen und Oscar durfte sie suchen. Damit waren sie gut eine halbe Stunde beschäftigt und meine Tochter siegessicher, dass Oscar nun auch die Katze in der Wiese finden würde. Ich erklärte ihr daraufhin, dass Oscar nun aber auch lernen müsse, die Katze auch in anderer Umgebung z.B. draußen zu suchen. Also zog sie mit Oscar in den Hof und suchte die Katze in Gebüschen und im Rasen.

Am nächsten Tag hielt ich mein Versprechen und holte sie gemeinsam mit Oscar aus dem Kindergarten ab. Die erste Herausforderung bestand darin, den Platz zu finden, an dem die Katze in etwa verloren gegangen war. Die Erzieherinnen hatten mir zwar in etwa grob erklärt, wo sie am Vortag hingewandert waren, aber den Platz kannte ich nicht. Wir zogen zunächst gut eine halbe Stunde durch den Wald, geleitet von einer sehr motivierten Fünfjährigen, die noch sehr genau wußte, wo sie längs gelaufen waren – zum Glück, denn ich hätte die Wiese sicher nicht gefunden. Für Oscar hatte ich das Schweißgeschirr eingepackt und den Schweissriemen, denn mir war klar, dass wir die Katze nur mit tiefer Nase finden würden, denn die Wiese war kniehoch und es galt also, den Hund an den Stellen klein zu halten, an denen die Kinder am Vortag gespielt hatten. Meine Tochter zog Oscar Schweissgeschirr und Riemen an, ich hielt ihn und sie schickte ihn zur Suche. Stück für Stück liefen wir das Areal ab. Zur Sicherheit hatte ich mehrere der kleinen Plastiktiere eingepackt, die ich alle paar Minuten unbemerkt fallen ließ, so dass der Hund zwischendrin auch Erfolg in der Suche hatte. Oscar suchte unermüdlich, das Kind lief vorweg und zeigte die Plätze an, an denen sie war und an denen sie sicher war, dass sie die Katze noch hatte. Wir suchten etwa 20 Minuten, als der Hund anzeigte, dass er unter einem niedergetrampelten Grasbüschel Witterung hatte. Ich gab meiner Tochter an, dass sie mit ihm gemeinsam dort suchen sollte. Und tatsächlich! Unter den langen Halmen entdeckten wir die schwarz-weiße Plastikkatze. Das Kind war glücklich – Oscar fix und alle – und ich zufrieden, dass beide eine Lektion gelernt hatten. Oscar ist nun noch mehr der Hund meiner Tochter als vorher, Spielzeuge bleiben seither klaglos zu Hause und wir haben nun neben Dummy- und Jagdhund auch vermutlich den ersten Katzennachsuchenhund in Esslingen.

 

Sucharbeit

Fördert man durch Fährtenarbeit den Jagdtrieb?

In einem Kundengespräch fragte mich neulich eine Kundin nach Möglichkeiten, ihren sechs Monate alten Beagle auszulasten und ihn davon abzuhalten, Wildspuren im Wald nach zu gehen. Ich riet ihr dazu, neben der Erziehung des Grundgehorsams, ihn artgerecht auszulasten. Daraufhin erzählte mir die Kundin, dass ihre Hündin sehr gerne Suchenspiele macht. Für einen Beagle nichts ungewöhnliches, im Gegenteil, denn Beagle sind bekanntermaßen Jagdhunde, um genau zu sein sind sie Meutehunde aus der Familie der Bracken und Laufhunde. Beagle werden auf der Jagd dazu eingesetzt, Wild (speziell Hasen) aufzuspüren und diese mit anhaltendem Spurlaut zu verfolgen, bis das Wild erlegt oder gestellt werden kann. Die Rasse ist also speziell dafür gezüchtet und auf Eigenschaften selektiert worden, die ein hohes Maß an Selbständigkeit und auch Durchsetzungsvermögen sowie eine hervorragende Nasenleistung erfordern.

Um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, bieten sich für einen Beagle demensprechend Beschäftigungsmöglichkeiten an, die viel Nasenleistung abverlangen und ich riet der Beaglebesitzerin zu verschiedenen Fährten- und Suchspielen. Generell zeigte sie sich von der Idee begeistert, äußerte allerdings starke Bedenken, ob sie mit den Spielen nicht den bereits vorhandenen Jagdtrieb ihrer Hündin fördern würde. Natürlich ist es so, dass eine artgerechte Beschäftigung, die natürlichen Anlagen eines Hundes fördert und schult. Allerdings überwiegen die Vorteile einer  artgerechte Auslastung des Hundes. Die artgerechte Beschäftigung sorgt dafür, dass der natürliche Trieb des Hundes in geordnete und kontrollierte Bahnen gelenkt wird und das Bedürfnis, dem Trieb andernweitig nachgehen zu wollen/müssen verringert wird. Zudem erleichtert die artgerechte Auslastung des Hundes dem Hundebesitzer, Ansätze des Jagdverhaltens schneller zu erkennen und entsprechend früher zu reagieren. Der Hund lernt dabei, dass die gemeinsame Beschäftigung mit dem Hundeführer eine große Motivation darstellt. Eine bessere Bindung ist oft die Folge dieser Zusammenarbeit und wenn die Beschäftigung korrekt ausgeführt wird, trainiert es zudem den allgemeinen Grundgehorsam des Hundes. Ein unausgelasteter Hund wird früher oder später seine natürlichen Anlagen zeigen und diesen nachgehen wollen, ein artgerecht beschäftigter Hund tut dies in kontrollierter Form bereits und braucht kein Ventil.

Wie kann nun die Beschäftigung für den Beagle konkret aussehen? Wie bereits beschrieben, haben Beagle eine hervorragende Nase. Daher bietet es sich an, mit dem Hund verstärkt Futtersuchspiele und Fährtenarbeit zu betreiben. Eine hervorragende Lektüre zu diesem Thema ist das Buch “Die Schweißhundearbeit in der Jagdhundprüfung – Theorie und Praxis” von Uwe Heiss. Das Buch ist zwar eigentlich primär für die Ausbildung von Jagdhunden speziell für Jagdprüfungen geschrieben, es bietet allerdings einen hervorragenden Einblick in die Lerntheorie der Fährtenarbeit und zeigt Schritt für Schritt auf, wie der Hund auf Fährten eingearbeitet werden kann. Sinnvoll ist es sicherlich, wenn man vor Beginn der Fährtenausbildung ein Praxisseminar besucht, in dem einem vermittelt wird, wie man mit der Arbeit beginnt, worauf man achten sollte und wie man Schritt für Schritt die Fährtenarbeit aufbaut. Hundeschulen und Hundetrainer bieten in der Regel verschiedene Kurse dieser Art an. Konzentriert lernt hier der Hund, einer Fährte nachzugehen:


Wem die Fährtenarbeit nicht zusagt, für den eignen sich stattdessen vielleicht kleinräumige Suchspiele. Hat man vielleicht darüber hinaus einen Hund, der nicht nur gerne sucht, sondern auch gerne zuträgt (apportiert), kann man die Suche und das Bringen sogar miteinander kombinieren. Die Möglichkeiten der Suchspiele sind vielfältig und der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Für Welpen und junge Hunde eignen sich zu Beginn Futtersuchen in niedrigen Gras. Hierbei verstreut man zunächst sichtig für den Hund Leckerchen auf ca. 5x5m Fläche und gibt ihm anschließend das Kommando ‘Such’ und lobt den Hund, wenn dieser mit seiner Nase die Fläche absucht. Das Futter ist dann die ultimative Belohnung. Die Befürchtung, dass der Hund aufgrund dieses Spieles zukünftig alles Fressbare draußen aufnimmt, möchte ich an dieser Stelle entkräften! Der Hund lernt bei diesem Spiel, dass er auf Kommando etwas tun darf. Möchte er im Freilauf etwas aufnehmen, was er nicht soll, liegt es am Hundebesitzer, dies entsprechend zu unterbinden. Der Hund wird schnell lernen, dass die Suche mit Befehl erlaubt ist, ohne aber nicht. Genausowenig, wie der Hund durch Fährtenarbeit erst Interesse am Jagen entwickelt (dies ist bereits genetisch im Hund verankert!), entwickelt sich auch hier kein Fresstrieb nur, weil wir dem Hund beibringen, dass er mit unserer Erlaubnis Fressen darf. Wir machen uns mit den Spielen lediglich die natürlichen Anlagen des Hundes zunutze und lenken sie in die richtigen Bahnen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Hundebesitzern viel Spaß bei der artgerechten Auslastung und freue mich auf Erfahrungsberichte und Fragen!

 

 

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Schleppleine oder Flexileine?

Eine Teilnehmerin meiner Trainingsgruppe fragte mich neulich, warum ich eigentlich für die Absicherung des Hundes im Freilauf eine Schleppleine und keine Flexileine empfehlen würde. Eine berechtigte Frage, wie ich finde. Beide Leinen ermöglichen dem Hund, sich in einem größeren Radius um den Hundeführer zu bewegen. Der Hund ist an einer Leine, genießt jedoch Freiraum zum Schnüffeln und zum sich Lösen. Der entscheidene Unterschied ist, dass der Hund an einer Flexileine einen Widerstand hat, wenn er voraus läuft.  Hunde, die bereits zum Ziehen an der Leine neigen, werden durch die Flexileine also zusätzlich im Ziehen bestärkt. Hinzu kommt, dass viele Hundeführer dazu verleitet sind, doch öfter mal den ‘Haltknopf’ der Flexileine zu drücken. Dennoch kann eine Flexileine durchaus praktisch sein, z.B. wenn der Hund verletzt oder die Hündin läufig ist und an der Leine geführt werden muss und die Umgebung des Spaziergangs den Einsatz einer Schleppleine schwierig gestaltet (z.B. in der Stadt).

Ich persönlich empfehle meinen Trainingspartnern in den meisten Fällen eher die Schleppleine. Die Anwendung ist zwar zunächst gewöhnungsbedürftig, aber letztlich soll die Schleppleine keine Leine im herkömmlichen Sinne sein, sondern sie ist ein TrainingsHILFSmittel, welches dem Hundeführer ermöglicht seinen Hund abzusichern, für den Fall, dass er einen Befehl nicht ausführt. Schleppleinen sind also nicht einfach nur als lange Leine zu sehen, sondern sie sollten gezielt mit einem passenden Training eingesetzt werden. Die Schleppleine ist außerdem eine geeignete Leine für Hunde, die sehr feinfühlig auf einen Druck am Hals oder Geschirr reagieren – hier bietet sich eine Flexileine aus dem Grund nicht an, weil diese Hunde den Druck als unangenehm empfinden und automatisch stehen bleiben, wenn sie voraus laufen wollen.

Wer eine lange Leine zur Absicherung seines Hundes einsetzt, der ist gut beraten, dies im Rahmen eines durchdachten Trainings mit Hilfe einer Schleppleine zu tun. Wie genau dieses Training Schritt für Schritt aufgebaut werden kann, haben wir in unserem Hundeblog in einer Trainingsanleitung beschrieben. Langfristiges Ziel sollte es immer sein, dass der Hund im Freilauf abrufbar ist und eine Schleppleine nicht mehr nötig ist. Für alle anderen Situationen (Stadtspaziergang, Anleinpflicht in der Brut- und Setzzeit etc.) reicht auch eine normale, etwas längere Führleine und die entsprechende zusätzliche Auslastung durch bsp. Nasenarbeit oder Hundespiele aus.

Hundesitting

Oscars Welt: Wellness-Urlaub für den Hund

Ein runder Familiengeburtstag im Norden stand an und weil nur ein zusätzlicher Urlaubstag zum Wochenende drin war, sahen wir uns gezwungen, die Hunde ausnahmsweise einmal auszuquartieren, um den langen Weg mittels Flugzeug zu verkürzen. Zugegebenermaßen gebe ich unsere Hunde nur sehr ungern in fremde Hände, sind sie auch noch so liebevoll – es ist einfach ein seltsames Gefühl, die Verantwortung an jemanden Anderes abzutreten. Irgendwie weiß man ja auch nie, ob der Hund sich auch wirklich benimmt. Eigentlich ist das meine größte Sorge! Aber was muss das muss und zum Glück verfügen wir über sehr nette Trainmingspartner, die nicht nur liebevoll sind, sondern auch konsequent. Die idealen Hundesitter!
Oscar und Pitch zogen also jeweils mit Übernachtungstäschchen, einer Liste voller guter Ratschläge (auch Bedienungsanleitung genannt), ausreichend Futter und Nervennahrung und eine Flasche zum Schöntrinken für die Zweibeiner in die jeweilige Urlaubsunterkunft. Man kann ja nie wissen, ob letztere zwei Dinge irgendwie nützlich sein können – vermutlich je nach Arbeitsaufwand beim Hund. Andere mögen diese Utensilien als Bestechungsgeld bezeichnen – egal – Hauptsache es hilft!

Nach zwei Stunden erreichten mich die ersten SMS: alles in Ordnung. Hund geht es gut. Ich fühlte mich erleichtert. Die Vernunft sagt zwar, dass so ein kurzfristiger Besitzerwechsel unproblematischer für den Hund als für den Hundeführer ist, aber so ein klein wenig vermenschlicht man das Ganze ja doch. Um es auf den Punkt zu bringen: beide Hunde haben mich für einen Tennisball einfach verkauft. Jawohl. Ohne schlechtes Gewissen. In meinem Postfach fand ich am Abend jeweils eine eMail mit Beweisfoto von schlafenden und sehr glücklich wirkenden Hunden.

Die drei Tage ohne die beiden Knallköpfe vergingen wie im Flug. Beiden ging es mehr als gut in ihren Urlaubsunterkünften. Mein schlechtes Gewissen regte sich: jeder Hund bekam ein speziell auf ihn abgestimmtes Hunde-Wellness-Programm bestehend aus Apportierspielen, Tennisballwürfen, vielen, vielen Streicheleinheiten von jedem Familienmitglied, und, und, und…Würden die beiden überhaupt wieder nach Hause kommen wollen? Ich hegte da so langsam meine Zweifel. Die Wahl hatten sie aber nicht, als ich sie abholte und beide kamen fröhlich – mit der Rute wedelnd – wieder mit nach Hause. So, als wären sie nie weg gewesen.

Also für alle, die ihre Hunde notgedrungen mal für ein paar Tage weggeben müssen: macht euch keine Sorgen! Euer Hund ist sicherlich in den besten Händen, lässt sich verwöhnen und wird die Tage ohne euch gut überstehen!

 

Tierheilpraktiker Uwe Köstler mit seinen Hunden

Was macht eigentlich…ein Tierheilpraktiker?

Neben klassischen tierschulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es mittlerweile eine Vielzahl von alternativen Optionen für Hunde und andere Tiere auf dem Markt. Wir möchten heute das Berufsbild des Tierheilpraktikers  und die Behandlungsschwerpunkte eines Tierheilpraktikers vorstellen. Der Tierheilpraktiker Uwe Köstler vom Köstler Hundezentrum stellt die Schwerpunkte seiner Arbeit in unserem Hundeblog vor:

Die Arbeit eines Tierheilpraktiers von Uwe Köstler
“Ganzheitliches Behandeln – nicht nur einer Linie folgen, das Tier in der Ganzheit betrachten, um die Ursachen von Krankheiten und Beschwerden finden!
Alle Faktoren in Betracht ziehen! In meiner Praxis vereinigt sich der Wunsch, den Patienten schnellst möglich zu heilen und das Einbeziehen von schonenden Behandlungsmöglichkeiten!
Was der Heilpraktiker für den Menschen ist, ist der Tierheilpraktiker für die Tiere – noch nicht überall anerkannt und doch sehr erfolgreich. Warum zweifeln? Meine Erfolge sprechen für sich! Wo die Tiermedizin mit der chemischen Keule zuschlägt, bekommt der Hund bei mir individuell abgestimmt das richtige aus der Natur. Homöopathie, Bachblüten, Tier-Kinesiologie oder Schüssler Salze…
Ich wende eine Vielzahl an schonenden, alternativen Behandlungsmethoden für Ihr Tier an. Mit der Bioresonanzmethode, einem speziellen Diagnose- und Therapieverfahren, wird ein neuer, richtungsweisender Weg beschritten, der Tieren auch bei chronischen Erkrankungen zu helfen.
Ich zeige die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, die dem Tier zu einer besseren Lebensqualität und zu mehr Vitalität verhelfen können.

In Stichworten verschieden Ansatzpunkte, die das Einsatzspektrum nur ansatzweise zeigt:

  •      Scheinträchtigkeit
  •      Zecken
  •      Wundheilung
  •      Entzündungen unterschiedlicher Arten
  •      Gelenkprobleme
  •      Wirbelsäulenblockaden
  •      Allergien
  •      Futterunverträglichkeiten
  •      Durchfälle durch verschiedene Auslöser, z. B. durch Düngemittel”

Der Tierheilpraktiker kann eine Ergänzung oder Alternative zur tiermedizinischen Behandlung darstellen. Wer genauere Informationen wünscht, kann sich gerne an Uwe Köstler wenden. Ein persönliches Gespräch ist im ersten Schritt auf jeden Fall zu empfehlen.

Uwe Köstler mit seinen Hunden Silas und Timber

 

Dummy & Distraction 33

Das Komm-Kommando: Kommen unter Ablenkung (Teil 2)

In der letzten Woche haben wir uns mit dem Komm-Kommando: Grundlagen und Aufbau (Teil 1) beschäftigt. Nun geht es weiter mit anspruchsvolleren Übungen, um unserem Hund beizubringen, auch unter schwierigeren Bedingungen immer und auf direktem Weg zu uns zurück zu kommen.

Ausgangslage und Ablenkungen

Dein Hund sollte bis hierher ohne Probleme im Haus und in deinem Garten jederzeit per verbales Kommando oder Pfiffkommando abrufbar sein. Nun heißt es, genau zu beobachten, wenn dein Hund an anderen Dingen interessiert ist, also abgelenkt ist, und ihn dann zu rufen oder heran zu pfeifen. Ignoriert der Hund das Kommando, ist die Ablenkung zu gross gewesen und du solltest deinen Hund an Ort und Stelle abholen. Als Alternative zum Abholen, kann man sich in abgesicherten Gebieten verstecken. Die meisten Hunde schauen schon nach kurzer Zeit wieder von der Ablenkung auf und die Überraschung ist gross, wenn der Hundeführer aus dem Blickfeld verschwunden ist. Nun heißt es, abwarten und den Hund suchen lassen. Hat er dich gefunden, dann gibt es eine grosse Wiedersehensfeier oder eine andere Belohnung. Sicherlich wird dein Hund in den nächsten Minuten mehr aufpassen, dich nicht aus den Augen zu verlieren. Nun kann man auch die Hier-Übung nochmals wiederholen.

Wichtig bei den Abrufübungen unter Ablenkungen ist es, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, welche Art der Ablenkung für den Hund groß ist und welcher Reiz eher gering. Tunlichst sollte man es nämlich vermeiden, die Ablenkungen anfangs zu gross zu wählen. So kann beispielsweise ein ruhender Ball ein geringer Ablenkungsreiz sein, während ein rollender Ball bereits einen größeren Reiz darstellt. Artgenossen üben in der Regel für die meisten Hunde einen besonders großen Reiz aus. Aber jeder Hund ist anders und du mußt für dich heraus finden, welche Reize wie auf deinen Hund wirken.

Übungen für das Kommen unter Ablenkung: Reizstufe 1

Übung 1: Kommen mit Ablenkung durch eine Hilfsperson
In einer deinem Hund bekannten Umgebung, bewegst du dich mit deinem Hund ohne genaueres Ziel über das Feld oder die Wiese. Die Hilfsperson steht zunächst mit etwas Abstand zu euch in einem möglichst großen Winkel, ohne sich dabei zu bewegen. Lasse deinen Hund sich frei bewegen und gehe du selbst auch mit über die Wiese. Merkst du, dass dein Hund etwas unachtsamer wird bzw. sich einem Reiz widmet, pfeifst du ihn ab. Wiederhole das Ganze ein- bis zweimal. Nun bittest du die Hilfsperson, sich auch mit zu bewegen. Nimmt dein Hund die Hilfsperson wahr, dann rufe ihn sofort zu dir. Läuft der Hund trotzdem zur Hilfsperson, sollte diese den Hund auf jeden Fall ignorieren und deine Aufgabe ist es, deinen Hund nun zu dir zu holen.

Übung 2: Kommen mit Ablenkung durch Gegenstände
Die Übung baust du genauso auf wie die Übung 1 mit dem Unterschied, dass du anstelle einer Hilfsperson ein Spielzeug mit zum Übungsplatz nimmst. Ziel ist es, dass der Hund auch diesen Reiz ignoriert und auf direktem Weg zu dir kommt. Anfangs sollte man den Winkel zwischen Hund und Spielzeug möglichst groß wählen. Das heißt, du setzt deinen Hund im Feld ab, gehst nach links oder rechts von ihm einige Meter weg, legst das Spielzeug sichtig für ihn auf den Boden und läufst anschließend in entgegengesetzte Richtung vom Gegenstand weg. Nun rufst du den Hund zu dir.

Übung 3: Kommen mit Ablenkung durch andere Hunde
Sicherlich eine der schwereren Übungen am Anfang. Diese Übung sollte erst dann ausprobiert werden, wenn Übung 1 und 2 immer klappen und auch die Reiz-Anforderungen aus den anderen Übungen hoch genug geworden sind und das Kommando trotzdem befolgt wird. Das Kommen unter Ablenkung durch andere Hunde ist besonders schwer, da andere Hunde auf die meisten Hunden einen großen Reiz ausüben. Für diese Übung wählt man am Besten einen bereits gut im Gehorsam stehenden Hund, der seine Artgenossen weitesgehend ignoriert und locker an der Leine mitläuft. Im Grunde wird die Übung wie Übung 1 und 2 aufgebaut, nur dass dieses Mal eine Hilfsperson mit einem angeleinten Hund in mittlerer Distanz über das Feld läuft. Achte auch hier darauf, dass der Abstand zwischen dir und deinem Hund erst gering ist und der zwischen euch beiden und dem anderen Hundegespann möglichst groß. Klappt das Abrufen hier gut, dann kann die Distanz und der Winkel in den nächsten Tagen verkleinert werden.

Mit der Zeit kann man die Reize höher gestalten. Dabei ist unbedingt zu beachten, sich immer genau zu überlegen: was kann mein Hund schon und aus welchen Situationen kann ich ihn abrufen/abpfeifen und bei welchen Situationen ist der Reiz noch zu groß? Ist der Reiz zu groß, sollte auf ein Abrufen verzichtet werden und der Hund an Ort und Stelle abgeholt werden, denn jedes ignorierte Kommando wirft einen in der Ausbildung wieder zwei Schritte zurück. In unübersichtlichen Gebieten mit hoher Wilddichte oder in Nähe von Straßenverkehr empfehlen wir, den Hund während seiner Ausbildung unbedingt gesichert an einer langen Leinen laufen zu lassen. Zu groß ist die Gefahr, dass das Abrufen bei Auftreten eines großen Reizes (Anblick von Wild im Wald oder auf dem Feld oder Anblick eines fremden Hundes auf der anderen Straßenseite) noch nicht funktioniert.

Du hast Fragen zum Komm-Training? Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit dir!

Welpe Kommando Hier

Das Komm-Kommando: Grundlagen und Aufbau (Teil 1)

Was sich wohl jeder Hundehalter wünscht: Ein Hund, der auf das Kommando *Hier* oder *Komm* noch im Laufen umdreht und sofort zum Hundeführer zurück kehrt, egal wie groß die Ablenkung für ihn auch sein mag. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und muss mit viel Training, Geduld und Konsequenz dem Hund beigebracht werden. Sicheres Abrufen aus allen Situationen heraus ist die Lebensversicherung für den Hund, denn ob Wildkontakt, nahendes Auto, Spaziergänger oder Artgenossen: in unseren eng besiedelten Gebieten muss ein Hund abrufbar sein, wenn er ohne Leine laufen darf. Wir haben einige Tipps, sowie eine ausführliche Anleitung zum Trainieren des Abrufkommandos zusammen gestellt. In Teil 1 widmen wir uns den allgemeinen Grundlagen und den ersten Trainingsschritten.

Grundlagen des Komm-Trainings

Wann kann man mit dem Komm-Training beginnen?

Idealerweise beginnt man mit dem Aufbau des Komm-Kommandos bereits im Welpenalter. Natürlich kann man auch dem älteren Hund das Herankommen auf Wort- oder Pfiffkommando beibringen, man braucht nur etwas mehr Ausdauer und sollte berücksichtigen, dass der ältere Hund aufgrund seiner Erfahrung unter Umständen bereits gelernt hat, dass er das Komm-Kommando auch einmal nicht befolgt und daraus keine Konsequenz erfolgt ist. Man braucht folglich länger mit dem Training als bei einem Welpen, der von sich heraus bereits nah am Hundeführer bleiben möchte. Für Hunde, die bereits in der Vergangenheit nicht abrufbar gewesen sind oder die in der Welpen- und Junghundezeit mehrfach erfolgreich sich dem Komm-Kommando entzogen haben, kann es ratsam sein parallel zum Komm-Training das Schleppleinentraining durchzuführen. So verhindert man, dass der Hund sich während des Trainingsaufbaus dem Kommando entzieht. Eine genaue Anleitung zu diesem Training findest du hier.

Wahl des richtigen Kommandos (verbales Kommando und Pfeifkommando)

Du solltest dich auf ein bestimmtes Wortkommando, besser noch auf ein Pfeifkommando mittels einer Hundepfeife festlegen, welches du nur für das Abrufen/Abpfeifen deines Hundes verwenden wirst. Das Wortkommando sollte eindeutig sein, also bsp. *Hier* oder *Komm*, wobei *Komm* bei vielen Hundehaltern bereits im Alltag in anderen Situationen verwendet wird (Beispiel: “Komm mal mit*, “Komm mal her* usw.).
Wir empfehlen den Gebrauch einer Hundepfeife. Nicht etwa, weil der Hund darauf ‘besser’ hört, was viele Leute irrtümlicherweise annehmen, sondern weil die Pfeife dem verbalen Kommando gegenüber einen entscheidenen Vorteil besitzt: sie klingt immer gleich, egal wie aufgeregt, gestresst oder verärgert der Hundeführer ist. Die Tonlage macht nämlich durchaus einen Unterschied, ob dein Hund gerne zurück kommt oder nicht. Als Hundepfeifen eignen sich Plastikpfeifen mit einer festgelegten Frequenz, die man sich am Besten irgendwo vermerkt, für den Fall, dass die Pfeife einmal verloren geht. So kann man gleich klingende Hundepfeifen jederzeit nachkaufen. Als Pfiff-Kommando kann man einen kurzen Doppelpfiff (tüt-tüt) oder auch einen langen Doppelpfiff verwenden. Wichtig ist auch hier, dass der Pfiff immer gleich klingt und nicht bei einem Mal kurz und beim nächsten Mal lang ausgeführt wird. Am Besten übt man es vor der ersten Anwendung am Hund zunächst allein außer Hörweite des Hundes.

Weitere Trainingshilfen

Für den Beginn des Trainings benötigst du außerdem die Futterschüssel deines Hundes sowie Leckerchen. Ist dein Hund ein mäkeliger Fresser und lässt sich dafür umso mehr von Spielzeug begeistern, ist dies das Mittel für die positive Bestätigung eines richtig ausgeführten Kommandos. Einige Hunde bevorzugen auch die rein verbale Bestärkung oder mögen lieber gestreichelt werden. Richtig loben und bestärken will gelernt sein. Auch hierfür haben wir bereits Tipps und Ratschläge in dem Artikel Positive Bestärkung zusammen getragen.

Trainingsanleitung für das Komm-Kommando (Teil 1)

Trainingsschritt 1: Verknüpfung des Kommandos mit einer positiven Erfahrung (Konsequenz)

Am Besten beginnt man damit, dem Hund zur Fressenszeit das Wort- oder Pfiffkommando beizubringen. Die Fütterungssituation nutzen wir deshalb als Hilfe, weil der Hund seine Futterschüssel i.d.R. bereits kennt und sich somit automatisch in die unmittelbare Nähe des Hundeführers begibt.  Man verknüpft die Futtervergabe mit dem jeweiligen Kommando, d.h. bevor die Schüssel auf den Boden gestellt wird, wird das Kommando gegeben und anschließend darf der Hund sein Fressen nehmen. Nun mag mancher einlenken, dass der Hund ohne zu warten, sein Futter fressen darf. Dies ist im ersten Schritt erst einmal egal und wird später separat geübt. Zunächst geht es ausschließlich darum, dem Hund eine überaus positive Verknüpfung für das Kommando ‘Hier’, ‘Komm’ oder den Pfiff beizubringen. Die meisten Hunde verknüpfen bereits nach drei, vier Mahlzeiten, dass dem Kommando das Fressen folgt.
Ob der Hund das Signal verstanden hat, probiert man nach ein paar Übungstagen wie folgt: man bereitet das Futter unbemerkt zu und überrascht den Hund mit dem Kommpfiff oder dem verbalen Kommando. Kommt dein Hund mit fliegenden Ohren angesaust, hat er das Kommando bereits verstanden und du kannst zum nächsten Trainingsschritt übergehen.

Trainingsschritt 2: Kommen in bekannter (reizarmer) Umgebung ohne Ablenkung

Wenn dein Hund das Komm-Kommando verstanden hat, dann wird das Abrufen mehrmals am Tag außerhalb der Fütterungszeiten im Haus und im eigenen Garten geübt. Unbedingt sollte darauf geachtet werden, dass man das Kommando wirklich nur dann gibt, wenn man sich 100%ig sicher ist, dass der Hund auch in der Situation kommt. Daher empfiehlt es sich, Situationen abzuwarten, in denen der Hund sich sowieso gerade auf dem Weg zu einem befindet, oder bereits Blickkontakt zu dir aufgenommen hat und nicht allzu weit von einem entfernt ist. Erleichtern kann man dem Hund das Herankommen zusätzlich durch eine positive Körpersprache (gerade bei Welpen), indem man sich auf den Boden hockt, die Arme ausbreitet und das Körpergewicht leicht nach hinten verlagert. Ist der Hund bei dir, lobst du ihn mit hoher Stimme und er bekommt ein Leckerchen oder ein tolles Spiel mit dir. Anschließend gibst du ihm ein Freikommando wie bsp. ‘Lauf’ und der Hund darf wieder seine eigenen Wege gehen. Wichtig ist, dass du bestimmst, wann die Übung beendet ist und nicht dein Hund.

Spielerisch kann man das Kommtraining natürlich auch gestalten. Hierfür braucht man einen Helfer, der den Hund festhält. Dafür bitte aber nicht den Hund am Nackenfell, sondern ihn vorne an der Brust halten. Gut ist es, wenn der Hund sich dabei ruhig verhält. Der Hundeführer entfernt sich dann ein paar Meter, hockt sich auf den Boden. Verhält sich der Hund ruhig (d.h. er will sich nicht aus dem Festhalten heraus winden), dann ruft/pfeift man den Hund zu sich heran und vergibt als Belohnung ein Leckerchen. Anschliessend ruft der Helfer den Hund zu sich. Klappt das, dann kann man die Entfernung zwischen den beiden Personen vergrößern. Achte darauf, den Hund im Training nicht zu überfordern. Am Anfang reichen kleine Trainingseinheiten von 5 Minuten, teilweise auch kürzer. Lieber öfter am Tag kurze Einheiten, als einmal am Tag 20 Minuten.

Wie verhält man sich, wenn der Hund auf das Kommando nicht kommt? In dieser Trainingsphase kommen Hunde nicht auf das Kommando, wenn sie abgelenkt sind oder zu weit entfernt vom Hundeführer sind. Auf keinen Fall pfeift oder ruft man dann noch einmal, denn dann lernt der Hund, dass er auf das erste  Kommando nicht zu kommen braucht. Besser ist es, wenn man nach einem erfolglosen Abrufen zum Hund geht und ihn kommentarlos abholt. Dies gilt natürlich in erster Linie für Welpen. Bei Hunden, die sich im Schleppleinentraining befinden, dient hier nun die lange Leine zur Absicherung, um den Hund abholen und anleinen zu können, ohne dass er sich entzieht.

Hast du noch Fragen zum Teil 1? Dann schreibe uns einen Kommentar. Wir antworten gerne! Du hast weitere Ideen, wie man diese Trainingspahse interessant gestalten kann? Wir sind gespannt auf deine Anregungen und freuen uns auf den Austausch hier im Blog! In der Trainingsanleitung Teil 2 widmen wir uns nächste Woche dem Kommen unter Ablenkung.

Erweitertes Rückgaberecht 1 Monat nach Warenerhalt

Der Gesetzgeber hat am 4. August 2011 einige Änderungen im Gesetzestext zum Fernabsatzgeschäft durchgeführt. Damit steht nun endgültig fest, dass für Verkäufe, die im Bereich des Fernabsatzgeschäfts getätigt werden (sprich: webshops, Verkauf via Telefon und eMail etc.) 14 Tage Widerrufsrecht für den Käufer festgeschrieben werden. Dementsprechend sind wir gezwungen, unsere AGB und das Widerrufsrecht an diesen Passus anzupassen.

Aber haben wir gute Neuigkeiten: wir räumen unseren Kunden ein erweitertes Rückgaberecht von einem Monat (1 Monat) nach Warenerhalt ein. Das gesetzliche Widerrufsrecht wird von der Einhaltung unserer Regeln zum erweiterten Rückgaberecht nicht berührt und bleibt unabhängig hiervon bestehen. Unsere überarbeiteten AGB kannst du in aller Ruhe hier nachlesen. Damit möchten wir allen Unentschlossenen die Möglichkeit geben, sich in Ruhe von ihrem neuen Hundebett oder Hundekissen zu überzeugen. Der ein oder andere Hund benötigt vielleicht auch ein paar Tage länger, um sich mit seinem neuen Schlafplatz anzufreunden.

Wir danken euch für euer Verständnis und hoffen, dass diese kleine Änderung in eurem Sinne ist.