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Trainingsferien

Hundeerziehung macht Freu(n)de

Ein gut erzogener Begleithund ist ein gern gesehener Hund. Ob in der Stadt, im Wald, im Restaurant oder bei Freunden: wenn der Hund auf seine erlernten Kommandos hört, seinem Hundeführer folgt und man sich selber an einige Regeln hält, ist das Mitnehmen von Hunden meist kein Problem.

Generell sollte es das Ziel eines jeden Hundebesitzers sein, seinen Hund – egal ob groß oder klein – zu einem folgsamen Begleithund auszubilden und sich selber an einige selbstverständliche Verhaltensregeln zu halten, um das Bild des Hundehalters in der Öffentlichkeit positiv zu prägen. Aus unserer Sicht betrifft das Thema Erziehung Hund und Hundebesitzer!

Verhalten in der Stadt

Das Hundeleben in der Stadt ist nicht immer einfach. Wenig Grünflächen, die Parkanlagen sind oft für Hunde außerhalb der Wege gesperrt, zudem sind Müll und Glasscherben oft Gefahrenherde für Hunde. Eine Grundregel für jeden Hundebesitzer sollte sein, dass der Hundekot ordnungsgemäß entsorgt wird. Viele Städte bieten mittlerweile Hundekotbeutelstationen an, an denen man kostenlos die Beutel zur Kotentsorgung erhält und entsorgen kann. Ohne diese Stationen reichen i.d.R. kleine Plastikbrottüten, mit denen man den Hundehaufen eintüten und entsorgen kann. Das Einsammeln des Hundekots sollte eine Selbstverständlichkeit sein, denn zum einen tritt niemand (egal ob Hundebesitzer oder nicht) gerne in diese Tretminen, zum anderen kann Hundekot Infektionskrankheiten übertragen. Gerade in der Stadt ist die Geruchsbelästigung im Sommer durch nicht entsorgten Hundekot immens. Das stört nicht nur Hundesupernasen, sondern auch das unempfindlichere Riechorgan des Menschen.

Die Mitnahme von Hunden in Lebensmittelgeschäfte ist grundsätzlich aus hygienischen Gründen nicht erlaubt, andere Geschäfte weisen durch Verbotsschilder darauf hin, dass Hunde vor der Tür warten müssen. Man ist jedoch auch ohne Schild gerade bei kleinen Geschäften und Restaurants gut beraten, vor dem Betreten zu fragen, ob der Hund mit in den Laden darf oder draussen vor der Tür warten soll. Eine direkte Ansprache stösst meist auf freundliche, positive Resonanz.

In einigen Gemeinden gilt eine Leinenpflicht. Ob dies auch auf deinen Wohnort zutrifft, erfragst du beim Ordnungsamt.

Verhalten in Wald und Feld

Die Natur auf einem langen Hundespaziergang zu genießen, ist sowohl für den Hund als auch für den Besitzer vermutlich eine der schönsten Formen der Entspannung. Ist der Hund abrufbar, kann er in Wald und Feld frei laufen und schnüffeln und es ist ausreichend Platz zum Toben und Spielen.

Obwohl das Bundeswaldgesetz generell das Betreten des Waldes abseits der Wege gestattet, sollte große Rücksichtnahme seitens des Hundebesitzers erfolgen, um das Wild nicht zu stören und die Flora und Fauna in ihrem Artenreichtum zu erhalten. Es empfiehlt sich, die Waldwege zu benutzen und dafür zu sorgen, dass der Hund nicht abseits der Wege in den Wald läuft. Besonders gilt dies für die Zeit der Jungenaufzucht in den Monaten März bis Juni sowie im Winter, wenn Schnee und Eis die Erde bedecken. Manchmal gilt im Zeitraum der sogenannten Brut- und Setzzeit auch im Wald die Leinenpflicht. Dies ist meist extra auf Schildern ausgewiesen.

Zur Rücksichtnahme im Wald gehört auch, dass ein bei Wildansicht nicht abrufbarer Hund im Wald an der Leine geführt werden muss. Ohne Leine sollte sich der Hund immer in der Nähe des Hundeführers aufhalten. Wie du deinem Hund dies beibringen kannst, erklären wir beispielhaft unter unseren Trainingstipps zum Schleppleinen-Training. Ob es regionale Sonderregelungen zur Leinenpflicht im Wald gibt, erfragt man am Besten über das Landratsamt oder die örtliche Jägerschaft (Hegering).

Verhalten bei Hundebegegnungen

Die Kommunikation der Hunde untereinander ist sehr komplex und fein. Wir Menschen nehmen die minimalen Kommunikationsgebärden der Hunde oft nicht wahr oder interpretieren sie falsch.

Da die Hundesprache sehr fein ist, wird sie maßgeblich dadurch beeinflusst,dass der Hund sich frei bewegen kann. Vermutlich hast du schon einmal beobachtet, dass Hunde niemals frontal aufeinander zulaufen, sondern in einem leichten Bogen aufeinander zugehen. Führst du deinen Hund an der Leine, so ist er in dieser natürlichen Kommunikationsform eingeschränkt. Dies ist ein Grund, warum Hundekontakte an der Leine ab und an mit grummelnden und bellenden Hunden oder schlimmer noch: mit einer Beisserei enden.

Im Grunde ist die Regel einfach: ist mein Hund an der Leine, vermeide ich Hundekontakt, egal ob der andere Hund angeleint ist oder nicht. Kommt mir ein unangeleinter Hund entgegen, so leine ich meinen, nach Rücksprache mit dem anderen Hundebesitzer und Einschätzung der Umgebungssituation ebenfalls ab oder bitte den anderen Hundeführer, seinen Hund ebenfalls an die Leine oder ins freie Fuss zu nehmen. Sind beide Hunde abgeleint, sollte man sich dennoch vorab mit dem anderen Hundeführer verständigen, ob der Hundekontakt erwünscht ist. Auch hier gilt: Kommunikation ist alles!

Wer sich näher mit dem Thema der Hundesprache, der sogenannten Calming Signals beschäftigen möchte, dem empfehlen wir das Buch “Calming Signals – Die Beschwichtigungssignale der Hunde” von Turid Rugaas. Es ist faszinierend, zu erfahren, wie Hunde miteinander kommunizieren.

Fazit

Gegenseitige Rücksichtnahme und eine gute Information, was wo mit Hund erlaubt ist und was nicht, erleichtern den Alltag im Hundeleben ungemein und machen deinen Hund und dich zum gern gesehenen Gast.

Bindungsspiele

Grundlagen der Hundeerziehung: Positive Bestärkung durch Lob

Loben gehört zu den Basiselementen der Hundeerziehung. Richtiges Loben muß man allerdings erst einmal lernen. Hier ist richtiges Timing das A und O. Nur wer innerhalb von zwei Sekunden nach Erfüllen einer erwünschten Handlung lobt, der kann sich sicher sein, dass der Hund das Lob auch mit dieser Handlung verknüpft. Das gleiche gilt übrigens für negative Rückmeldung. Hier sei angemerkt, dass wir bei negativer Rückmeldung entweder von einer verbalen Rückmeldung (z.B. durch ein gegrummeltes ‘Nein’) oder aber vom Ignorieren eines Verhaltens ausgehen, niemals aber körperlich strafen!

Als Hundeführer muß man in der Lage sein, blitzschnell zwischen positiven Loben und negativer Rückmeldung hin- und herzuschalten, denn nur dann kann der Hund verknüpfen, ob seine Handlung erwünscht ist.

Neben dem Timing ist die Art des Lobes entscheidend. Hier muß jeder den Schlüssel zu seinem Hund finden. Die meisten Welpen reagieren zunächst sehr gut auf Futterlob oder verbales Lob mit hoher Stimme. Zum Loben gehören aber auch Körpersprache, Lob durch Spiel mit dem Hundeführer und Beutespiele. Welche Form des Lobens für den eigenen Hund die richtige ist, muß man ausprobieren. Lob darf in keinem Fall als lästig empfunden werden. Spuckt ein Hund einem das angebotene Leckerchen entgegen oder läßt den Ball lustlos wieder fallen, dann sind diese Formen des Lobes für den Hund eher nicht geeignet.

Das Loben wird immer ein Bestandteil der Kommunikation zum Hund bleiben und damit ein grundlegender Baustein für das Hundetraining und die Hundeausbildung – ein Hundeleben lang. Allerdings benötigt man im Verlauf des Erlernten nicht mehr ganz so häufige Bestätigungen und hohe Futtermengen. Hat ein Hund beispielsweise verstanden, was ‘Sitz’ bedeutet, so kann man sukzessive das Lob reduzieren. Bitte aber keinesfalls nur noch jedes zweite Mal loben. Das durchschaut der Hund schnell. Außerdem solltest du beachten, dass in neuen Umgebungen und bei neuen Reizen, wieder mehr Lob nötig sein wird, als beispielsweise zu Hause in gewohnter Umgebung.

Hier nun eine Übersicht über die unterschiedlichen Arten des Lobens:

Loben durch Stimme

Mit dem mündlichen Lob über deine Stimme kannst du deinen Hund punktgenau bestätigen und ihm damit zeigen, dass er gerade etwas richtig gemacht hat. Auch wenn dein Hund nicht in deiner unmittelbaren Umgebung ist, kannst du ihn mit einem Wort loben, ein Vorteil gegenüber den Leckerchen. Allerdings darf man  den Hund beim Loben nicht „zu quatschen“
Zuerst einmal musst du deinem Hund dein Lob verständlich machen, nutze dazu eine hohe Stimmlage und Worte mit hellen Vokalen (i, a, ei) also z.B. „Fein“ oder „Artig“. Die Hunde haben in der Welpenzeit von ihrer Mutter gelernt, dass hohe Töne Zustimmung bedeuten und tiefe Töne (wie beim Knurren) Ablehnung eines Verhaltens.
Man kann aber nicht nur die Stimmhöhe dem Lob anpassen sondern auch die Intensität. Wenn du beispielsweise deinen Welpen rufst, dann feuer ihn ruhig mit deinem Lobwort an, während er auf dich zu rennt. Dadurch merkt er, dass du dich freust und beeilt sich noch ein bisschen mehr. Soll er aber lernen ruhig sitzen zu bleiben, dann wäre so ein aufputschendes Loben kontraproduktiv und würde ihn dazu verleiten aufzustehen. In diesem Fall ist es besser, wenn du mit ruhiger Stimme einmal lobst. Damit gibst du deinem Hund die Rückmeldung, dass er gerade alles richtig macht, aber du putscht ihn damit nicht auf.

Futterlob

Das Futterlob ist neben dem verbalen Loben die am Meisten praktizierte Form des Lobens. Man wählt hierfür Futter, welches der Hund sehr gerne frisst. Daher sollte man vermeiden, das normale tägliche Futter für Trainingszwecke einzusetzen, weil die meisten Hunde dieses nicht als Motivation ansehen. Welche Leckerchen man wählt ist einem frei gestellt. Gut eignen sich weiche Leckerchen wie bsp. sehr kleine Käse- oder Wurstwürfel, getrocknete Hühnerherzen, spezielle Trainingsleckerchen div. Futterhersteller oder auch einige Obstsorten. Bitte beachte, dass die Leckerchen bei der Menge der täglichen Fütterung berücksichtigt werden. Gerade im Wachstum ist es wichtig, den Hund nicht zu überfüttern und auch ältere Hunde sind gesünder und fitter, wenn sie schlank sind. Hast du herausgefunden, welche Leckerchen dein Hund besonders gerne frisst, dann lohnt es sich, eine Hitliste der beliebsten Leckerchen aufzustellen. Für neue Hundespiele und Kommandos nimmt man dann zu Beginn die besonders beliebten Leckerchen, wenn der Hund schon einige Routine im Ausführen von Kommandos hat, dann muß es kein Superleckerchen mehr sein.

Lob durch Spiel

Lob durch Spiel kann entweder Spielen und Toben mit dem Hundeführer sein oder aber ein Hundespiel mit Beute.

Das Toben mit dem Hundeführer darf ruhig etwas ausgelassener und wilder sein. Hunde gehen miteinander auch nicht gerade zimperlich um! Belohnt man durch Spielen, ist es wichtig, das Spiel kurz zu halten und dann selber den Zeitpunkt des Endes zu bestimmen. Gerade bei Hunden, die begeistert mitspielen und sich übermütig verhalten, sollte man das Spiel knapper ausfallen lassen, damit die anschließend erwartete Konzentration nicht eine zu hohe Anforderung darstellt. Oft brauchen die Hunde auch eine Zeit, um sich nach dem Spiel wieder einordnen zu können. Ausgelassene Spiele mit dem Hundeführer eignen sich daher gut zum Abschluss einer Trainingseinheit oder einer Übung, die viel Ruhe und Konzentration vom Hund verlangt hat. Das Spiel dient dann hier auch zum Stressabbau.

Bei einer Belohnung durch ein Beutespiel sind besonders Hunde, die gerne Gegenstände tragen (apportieren) oder hinter Gegenständen herjagen zu begeistern. Die meisten Jagdhunderassen fallen hierunter, aber auch Hunde, die sich für den Schutzdienst eignen und gerne Zergelspiele spielen. Bei Beutespielen gilt das gleiche wie bei Spielen mit dem Hundeführer: das Spiel findet gemeinsam statt und sollte vom Hundeführer beendet werden und nicht vom Hund. Hunde, die mit Beute davon rennen, sollten nicht freier Beute im Beutespielen belohnt werden, da die Selbstbelohnung dann größer ist, als die Belohnung durch den Hundeführer. Ideal eignen sich bei diesen Hunden zur Belohnung Bälle, die an Seilen befestigt sind oder Zerrseile, deren Ende der Hundeführer in der Hand behalten kann.

Lob durch Köpersprache

Hunde mögen es, gekrault zu werden. Beliebt sind dafür Körperstellen wie beispielsweise hinter den Ohren, seitlich am Hals, am Rutenansatz und am Brustkorb.
Wenn du mittels Körpersprache lobst, dann ist es wichtig, dass du deinen Hund nicht bedrängst, indem du dich zum Beispiel über ihn beugst. Auch solltest du ihm auf gar keinen Fall dem Hund wohlwollend über den Kopf tätscheln, wie es teilweise unter Menschen üblich ist. Diese Form der Körpersprache ist dem Hund gegenüber respektlos und wird nicht als Lob aufgefaßt. Ist der Hund eher aufgeregt, dann reicht als Bestätigung ein ruhiges Streicheln, möchtest du ihn überschwenglich Loben, dann darfst du ihn auch gerne ‘mal richtig durchknuddeln’.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Training und beim Loben und hoffen, dass eure Mensch-Hund-Bindung ein Stück weit von dieser Übersicht profitiert.

Euer Team von SLEEPY DOG