Beiträge

IMG_0073

Die ersten Tage mit meinem Welpen

Die Tage der Vorfreude sind gezählt. Heute zieht er ein. Mein langersehnter, kleiner Welpe. Viele Bücher wurden im Vorfeld gelesen, Ratschläge von erfahrenen Hundebesitzern eingeholt und doch ist es ähnlich wie beim ersten Kind: die Erfahrungen muss man selber machen.

Dennoch gibt es einige Grundregeln und Wissenswertes, was die Anfangszeit für beide Seite erleichtert.

Ruhe, Ruhe, Ruhe

Ein kleiner Welpe braucht vor allem zunächst eines: RUHE! Man kann dies gar nicht oft genug betonen, denn eigentlich möchte man in diesen ersten wertvollen Wochen der Sozialisierung und Prägung natürlich auch, dass der kleine Vierbeiner, sich an die vielen neuen Reize und seine Umgebung gewöhnt. Dennoch liegt in der Ruhe die Kraft und der junge Hund braucht für eine gesunde Entwicklung Ruhe und Gelassenheit und vor allem auch noch viel Schlaf. Bekommt er diesen nicht, ist es ähnlich wie bei übermüdeten Kindern: sie drehen auf, werden übermütig und überreizt und sie können auch nicht lernen.

Hundekissen-Air-Welpe
In den ersten Wochen sollte das oberste Ziel im Haustraining daher sein, dem Hund seinen Schlafplatz zu zeigen und ihn ggf. zur Ruhe zu ‘zwingen’ bsp. durch einen Zimmerkennels (empfiehlt sich besonders, wenn neugierige, kleine Kinder) im Haushalt leben, die natürlich ebenfalls ein großes Interesse an dem neuen Familienmitglied haben.

Stubenreinheit

Neben der Ruhe ist das nächste Ziel der Welpenerziehung die Stubenreinheit. Eigentlich ganz einfach: der Welpe muss immer

1. Nach dem Schlafen
2. Nach dem Fressen
3. Nach dem Spielen

Und wenn angegebene drei Punkte nicht zutreffen: im Schnitt alle zwei Stunden. Nachts schlafen die meisten Welpen i.d.R. gut durch, schaffen natürlich aber noch keine 10 bis 12 Stunden wie ein erwachsener Hund. Wer aber gegen 22 Uhr nochmals vor die Tür geht und dann dafür sorgt, dass der Hund auf seinem Schlafplatz die Nacht verbringt, hat vermutlich bis 5 oder 6 Uhr erst einmal Ruhe. Wir der Welpe nachts wach und unruhig, nimmt man ihn schnell auf den Arm und trägt ihn direkt nach draußen.

Wichtig ist, dass der Welpe ausgiebig gelobt wird, wenn er das Geschäft an der gewünschten Stelle verrichtet. Ist etwas daneben gegangen, darf man mit sich selber schimpfen, denn dann war man selber einfach nicht aufmerksam genug. Vorausschauende Hundebesitzer bringen dem kleinen Hund jetzt schon bei, dass der Hund sich auf Kommando löst. Hierzu gibt man einfach jedes Mal wenn der Hund sich löst, ein entsprechendes Kommando und lobt ausgiebig. Ein Kommando zum Lösen kann zukünftig sehr praktisch sein, wenn man darauf angewiesen ist, dass der Hund schnell sein Geschäft verrichtet und es läßt sich besonders schnell und leicht in der Welpenzeit erlernen.

Die ersten ‘Trainingseinheiten’

Auch hier gilt: übertreiben sollte man es nicht, aber unerwünschtes Verhalten wie bsp. annagen von Möbeln, Schuhen, hochspringen etc. sollte bereits ab dem ersten Tag unterbunden werden und das KONSEQUENT! Entspannung bringt es, wenn man  potentielle Fehlverhaltensquellen selber ausschließt: Schuhe können weggeräumt werden, zur Begrüßung des Welpen hockt man sich hin und schiebt ihn behutsam von sich weg, sollte er hochspringen. So verhindert man, auf ewig, das Wort ‘Nein’ zu verwenden, ohne dass es für den Welpen eine relevante Bewandtnis hat. Die ‘Nein’s auf die man wirklich besteht, müssen dafür auch wirklich ‘Nein’s sein. Unbeaufsichtigt lässt man seinen jungen Hund anfangs besser nicht. In einem welpengesicherten Raum oder einem Zimmerkennel (auch an diesen muss man den Welpen gewöhnen!) ist er sicher aufgehoben, wenn man den Hund nicht beaufsichtigen kann. Auch dies trägt zur Entspannung beider Seiten bei.

Welpenspielgruppe, Sozialisierung und Prägung

Hier scheiden sich die Geister der Hundeerziehung. Die einen schwören darauf, die nächsten halten sie für wenig förderlich, ja sogar negativ. Welchen Weg man beschreitet, bleibt einem selber überlassen. Wichtig ist natürlich, dass der junge Hund auf Umwelteinflüsse und auch andere Hunderassen geprägt wird. Ob hierfür eine Welpengruppe zwingend erforderlich ist oder ob hier nicht auch der ausgewählte Kontakt mit sozial verträglichen (!) älteren Hunden ausreichend ist, hängt sicherlich auch davon ab wie gut man bereits in der Hundewelt vernetzt ist.
In erster Linie sollte der Welpe in den ersten Wochen lernen, dass der Hundebesitzer derjenige ist, der am Wichtigsten für den Hund ist. Die Prägung sollte also hauptsächlich auf den Besitzer erfolgen. Hierzu gehören zum Beispiel gemeinsame Erlebnisspaziergänge durch den Wald oder auch kurze Ausflüge in die Stadt. Aber bitte auch hier aufpassen, dass der Welpe nicht überfordert wird.

Bindung

Wichtig ist auch, dass es in den ersten Monaten EINE Bezugsperson für den jungen Hund gibt. Diese Person bringt dem Hund die ersten Kommandos bei, führt ihn aus, füttert und sozialisiert ihn. Es ist für den jungen Hund schlichtweg leichter, die Kommunikation mit dem einen Hundeführer zu lernen. Er muss die verbalen und nonverbalen Kommandos erlernen und umsetzen und dies macht man ihm leichter, wenn er nicht bei jedem Spaziergang sich auf eine neue Person einlassen muss. Sitzt der Grundgehorsam später, dürfen natürlich auch andere Familienmitglieder den Hund ausführen und mit ihm spielen und arbeiten.

Theorie und Praxis

Viel gelesen, viel verstanden und an der Umsetzung scheitert es? Macht nix! Was in Büchern und Blogartikeln 😉 so einfach klingt, gestaltet sich in der Umsetzung beim ersten Hund doch manchmal als schwierig. Da bellt der Hund stundenlang im Zimmerkennel, statt sich zu entspannen, der immer wieder beschriebene Welpenfolgetrieb bei den Erlebnisspaziergängen sieht so aus, dass der Welpe allem möglichen folgt nur nicht einem selbst und im Feierabend-Kinder-zu-Bett-Bring-Trubel ist mal wieder ein Pipisee auf dem Dielenboden gelandet. Nicht aufgeben: dranbleiben lohnt sich. Aber manchmal braucht es auch einen Profi, der über die Erziehung drüberschaut und Tipps und Ratschläge auch praktisch zeigt. Oft ist es das fehlende Timing zwischen Lob und Tadel oder eine falsche Körperhaltung die zu Missverständnissen in der Kommunikation führen. Ein guter Trainer kann schnell Abhilfe schaffen. Sehr hilfreich ist es auch, bereits vor dem Einzug des Welpen, Hundeausbildung live vor Ort anzuschauen. Man lernt durch Zuschauen unheimlich viel!

In diesem Sinne wünschen wir allen, die diese aufregende Zeit noch vor sich haben: viel Vorfreude und dann viel Freude mit dem neuen Familienmitglied. Und für alle, die diese – ja auch manchmal anstrengende Zeit – schon hinter sich haben: was waren eure wichtigsten Erkenntnisse und Tipps für die Welpenzeit?

Welpe Kommando Hier

Das Komm-Kommando: Grundlagen und Aufbau (Teil 1)

Was sich wohl jeder Hundehalter wünscht: Ein Hund, der auf das Kommando *Hier* oder *Komm* noch im Laufen umdreht und sofort zum Hundeführer zurück kehrt, egal wie groß die Ablenkung für ihn auch sein mag. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und muss mit viel Training, Geduld und Konsequenz dem Hund beigebracht werden. Sicheres Abrufen aus allen Situationen heraus ist die Lebensversicherung für den Hund, denn ob Wildkontakt, nahendes Auto, Spaziergänger oder Artgenossen: in unseren eng besiedelten Gebieten muss ein Hund abrufbar sein, wenn er ohne Leine laufen darf. Wir haben einige Tipps, sowie eine ausführliche Anleitung zum Trainieren des Abrufkommandos zusammen gestellt. In Teil 1 widmen wir uns den allgemeinen Grundlagen und den ersten Trainingsschritten.

Grundlagen des Komm-Trainings

Wann kann man mit dem Komm-Training beginnen?

Idealerweise beginnt man mit dem Aufbau des Komm-Kommandos bereits im Welpenalter. Natürlich kann man auch dem älteren Hund das Herankommen auf Wort- oder Pfiffkommando beibringen, man braucht nur etwas mehr Ausdauer und sollte berücksichtigen, dass der ältere Hund aufgrund seiner Erfahrung unter Umständen bereits gelernt hat, dass er das Komm-Kommando auch einmal nicht befolgt und daraus keine Konsequenz erfolgt ist. Man braucht folglich länger mit dem Training als bei einem Welpen, der von sich heraus bereits nah am Hundeführer bleiben möchte. Für Hunde, die bereits in der Vergangenheit nicht abrufbar gewesen sind oder die in der Welpen- und Junghundezeit mehrfach erfolgreich sich dem Komm-Kommando entzogen haben, kann es ratsam sein parallel zum Komm-Training das Schleppleinentraining durchzuführen. So verhindert man, dass der Hund sich während des Trainingsaufbaus dem Kommando entzieht. Eine genaue Anleitung zu diesem Training findest du hier.

Wahl des richtigen Kommandos (verbales Kommando und Pfeifkommando)

Du solltest dich auf ein bestimmtes Wortkommando, besser noch auf ein Pfeifkommando mittels einer Hundepfeife festlegen, welches du nur für das Abrufen/Abpfeifen deines Hundes verwenden wirst. Das Wortkommando sollte eindeutig sein, also bsp. *Hier* oder *Komm*, wobei *Komm* bei vielen Hundehaltern bereits im Alltag in anderen Situationen verwendet wird (Beispiel: “Komm mal mit*, “Komm mal her* usw.).
Wir empfehlen den Gebrauch einer Hundepfeife. Nicht etwa, weil der Hund darauf ‘besser’ hört, was viele Leute irrtümlicherweise annehmen, sondern weil die Pfeife dem verbalen Kommando gegenüber einen entscheidenen Vorteil besitzt: sie klingt immer gleich, egal wie aufgeregt, gestresst oder verärgert der Hundeführer ist. Die Tonlage macht nämlich durchaus einen Unterschied, ob dein Hund gerne zurück kommt oder nicht. Als Hundepfeifen eignen sich Plastikpfeifen mit einer festgelegten Frequenz, die man sich am Besten irgendwo vermerkt, für den Fall, dass die Pfeife einmal verloren geht. So kann man gleich klingende Hundepfeifen jederzeit nachkaufen. Als Pfiff-Kommando kann man einen kurzen Doppelpfiff (tüt-tüt) oder auch einen langen Doppelpfiff verwenden. Wichtig ist auch hier, dass der Pfiff immer gleich klingt und nicht bei einem Mal kurz und beim nächsten Mal lang ausgeführt wird. Am Besten übt man es vor der ersten Anwendung am Hund zunächst allein außer Hörweite des Hundes.

Weitere Trainingshilfen

Für den Beginn des Trainings benötigst du außerdem die Futterschüssel deines Hundes sowie Leckerchen. Ist dein Hund ein mäkeliger Fresser und lässt sich dafür umso mehr von Spielzeug begeistern, ist dies das Mittel für die positive Bestätigung eines richtig ausgeführten Kommandos. Einige Hunde bevorzugen auch die rein verbale Bestärkung oder mögen lieber gestreichelt werden. Richtig loben und bestärken will gelernt sein. Auch hierfür haben wir bereits Tipps und Ratschläge in dem Artikel Positive Bestärkung zusammen getragen.

Trainingsanleitung für das Komm-Kommando (Teil 1)

Trainingsschritt 1: Verknüpfung des Kommandos mit einer positiven Erfahrung (Konsequenz)

Am Besten beginnt man damit, dem Hund zur Fressenszeit das Wort- oder Pfiffkommando beizubringen. Die Fütterungssituation nutzen wir deshalb als Hilfe, weil der Hund seine Futterschüssel i.d.R. bereits kennt und sich somit automatisch in die unmittelbare Nähe des Hundeführers begibt.  Man verknüpft die Futtervergabe mit dem jeweiligen Kommando, d.h. bevor die Schüssel auf den Boden gestellt wird, wird das Kommando gegeben und anschließend darf der Hund sein Fressen nehmen. Nun mag mancher einlenken, dass der Hund ohne zu warten, sein Futter fressen darf. Dies ist im ersten Schritt erst einmal egal und wird später separat geübt. Zunächst geht es ausschließlich darum, dem Hund eine überaus positive Verknüpfung für das Kommando ‘Hier’, ‘Komm’ oder den Pfiff beizubringen. Die meisten Hunde verknüpfen bereits nach drei, vier Mahlzeiten, dass dem Kommando das Fressen folgt.
Ob der Hund das Signal verstanden hat, probiert man nach ein paar Übungstagen wie folgt: man bereitet das Futter unbemerkt zu und überrascht den Hund mit dem Kommpfiff oder dem verbalen Kommando. Kommt dein Hund mit fliegenden Ohren angesaust, hat er das Kommando bereits verstanden und du kannst zum nächsten Trainingsschritt übergehen.

Trainingsschritt 2: Kommen in bekannter (reizarmer) Umgebung ohne Ablenkung

Wenn dein Hund das Komm-Kommando verstanden hat, dann wird das Abrufen mehrmals am Tag außerhalb der Fütterungszeiten im Haus und im eigenen Garten geübt. Unbedingt sollte darauf geachtet werden, dass man das Kommando wirklich nur dann gibt, wenn man sich 100%ig sicher ist, dass der Hund auch in der Situation kommt. Daher empfiehlt es sich, Situationen abzuwarten, in denen der Hund sich sowieso gerade auf dem Weg zu einem befindet, oder bereits Blickkontakt zu dir aufgenommen hat und nicht allzu weit von einem entfernt ist. Erleichtern kann man dem Hund das Herankommen zusätzlich durch eine positive Körpersprache (gerade bei Welpen), indem man sich auf den Boden hockt, die Arme ausbreitet und das Körpergewicht leicht nach hinten verlagert. Ist der Hund bei dir, lobst du ihn mit hoher Stimme und er bekommt ein Leckerchen oder ein tolles Spiel mit dir. Anschließend gibst du ihm ein Freikommando wie bsp. ‘Lauf’ und der Hund darf wieder seine eigenen Wege gehen. Wichtig ist, dass du bestimmst, wann die Übung beendet ist und nicht dein Hund.

Spielerisch kann man das Kommtraining natürlich auch gestalten. Hierfür braucht man einen Helfer, der den Hund festhält. Dafür bitte aber nicht den Hund am Nackenfell, sondern ihn vorne an der Brust halten. Gut ist es, wenn der Hund sich dabei ruhig verhält. Der Hundeführer entfernt sich dann ein paar Meter, hockt sich auf den Boden. Verhält sich der Hund ruhig (d.h. er will sich nicht aus dem Festhalten heraus winden), dann ruft/pfeift man den Hund zu sich heran und vergibt als Belohnung ein Leckerchen. Anschliessend ruft der Helfer den Hund zu sich. Klappt das, dann kann man die Entfernung zwischen den beiden Personen vergrößern. Achte darauf, den Hund im Training nicht zu überfordern. Am Anfang reichen kleine Trainingseinheiten von 5 Minuten, teilweise auch kürzer. Lieber öfter am Tag kurze Einheiten, als einmal am Tag 20 Minuten.

Wie verhält man sich, wenn der Hund auf das Kommando nicht kommt? In dieser Trainingsphase kommen Hunde nicht auf das Kommando, wenn sie abgelenkt sind oder zu weit entfernt vom Hundeführer sind. Auf keinen Fall pfeift oder ruft man dann noch einmal, denn dann lernt der Hund, dass er auf das erste  Kommando nicht zu kommen braucht. Besser ist es, wenn man nach einem erfolglosen Abrufen zum Hund geht und ihn kommentarlos abholt. Dies gilt natürlich in erster Linie für Welpen. Bei Hunden, die sich im Schleppleinentraining befinden, dient hier nun die lange Leine zur Absicherung, um den Hund abholen und anleinen zu können, ohne dass er sich entzieht.

Hast du noch Fragen zum Teil 1? Dann schreibe uns einen Kommentar. Wir antworten gerne! Du hast weitere Ideen, wie man diese Trainingspahse interessant gestalten kann? Wir sind gespannt auf deine Anregungen und freuen uns auf den Austausch hier im Blog! In der Trainingsanleitung Teil 2 widmen wir uns nächste Woche dem Kommen unter Ablenkung.

Rike und Robin

Mein Hund hat Angst – Das Leben mit einem Angsthund

Unerschrocken und fröhlich an der Seite seines Hundeführers – das ist das Bild, das die meisten Menschen im Kopf haben, wenn sie an ein Leben mit Hund denken. Aber es gibt auch  Hunde, die keineswegs unerschrocken und ruhig sind, sondern die sich bei Gewitter unter dem Tisch verkriechen, vor Mülltonnen Reißaus nehmen und bei unbekanntem Lärm panikartig die Flucht ergreifen. Oft handelt es sich dabei um typische Angsthunde, die unsere Unterstützung benötigen um den Alltag stressfrei zu meistern. Wir haben uns mit Rike unterhalten, die einen sechs Jahre alten Border Collie namens Robin führt. Robin ist ein Angst- und Stresshund und sie schildert uns ihre Erfahrungen mit seinen Ängsten und zeigt auf, wie sie gemeinsam einen Weg gefunden haben mit dieser Angst umzugehen.

SLEEPY DOG: “Rike, erzähl uns ein bißchen über Robin: wo kommt er her, wie alt ist er und wie würdest du ihn charakterlich beschreiben?”
Rike: “Robin wurde 2005 geboren, ist nun also 6 Jahre alt und seines Zeichens ein Border Collie aus Showlinie. Als ich ihn bekam, war ich 17 und er 10 Wochen alt, was ich deshalb erwähne, weil es für uns beide rückblickend sicher der Grund für einige vermeidbare Probleme ist- kurzum: ich glaube, ich war einfach zu jung für diesen Typ Hund.”

SLEEPY DOG: “Du hast Robin mit 10 Wochen direkt vom Züchter geholt. Wie verhielt er sich als Welpe?”
Rike: “Robin wurde als Welpe gut sozialisiert, was auch ich aus meiner Sicht gleich weitergeführt habe. Jedenfalls kann ich nicht behaupten, dass ich nachlässig gewesen wäre was die weitergehende Sozialisierung angeht. Ich war mit ihm in der Stadt, im Kindergarten, in Turnhallen, auf Volksfesten, in Bussen & Bahnen, in Baumärkten etc.- natürlich alles dem Alter entsprechend und in Maßen. Anfangs habe ich ihn meist getragen, wie man das halt so macht.”

SLEEPY DOG: “Wann hast du zum ersten Mal bemerkt, dass Robin ein Problem mit bestimmten Umweltreizen hat?”
Rike: “Schon recht früh mit ca. 3 Monaten zeigte Robin, dass ihn laute Geräusche, Menschenmengen und Trubel im Allgemeinen sehr stressen, was er quietschend und jaulend zum Ausdruck brachte. Sein ganzer Körper war in solchen Situationen immer auf „Spannung“, was sich wie folgt geäußert hat:

  • Aufgerissene Augen,
  • Angespannte Körperhaltung (insbesondere Brustkorb, Pfoten und die Rute),
  • Hibbelige Bewegungen, wie tänzelnde Schritte, die mich teilweise an den „Tölt“ beim Pferd erinnert haben, sich im Kreis drehen etc.,
  • Angelegte Ohren und
  • Extremer Bewegungsdrang; meist nach vorn…

Rückblickend weiß ich, dass ich ihm ganz einfach keine gute Führung war. Er war hilflos und absolut verunsichert, weil ich ihm nicht geholfen bzw. geführt habe. Außerdem konnte er schlecht abwarten, war zappelig und unruhig. War er an der Leine während ich irgendwo stand und ihm keine Aufmerksamkeit schenkte, äußerte sich das in:

  • Rastlosem Hin-und Herlaufen, soweit die Leine reichte
  • Leinekauen
  • Fiepsen und quietschen,
  • Schütteln,
  • Kratzen und wenn alles nichts half: bellen (wobei das eher selten der Fall war).

Sein Verhalten unterbrechen zu wollen, führte im Grunde nur dazu, dass er sich in seinem Repertoire was Neues aussuchte und von vorne loslegte. Ablenkungen nahm er ab einem bestimmten Punkt nicht mehr an.
War er ohne Leine, lief er ununterbrochen im Trab. Langsames Gehen war bei ihm undenkbar. Wenn ich stand, lief er meist im Umkreis von etwa 50-100 Metern und schnappte nach imaginären Insekten. Das ist ein Stressmuster, was sich so eingeschliffen hat, dass er es bis heute zeigen würde, wenn ich ihn ließe.  Auch im Haus zeigte er irgendwann das rastlose Umherrennen, kam von allein nicht zur Ruhe, obwohl er totmüde war. Er war ständig angespannt. Wenn er mal schlief, dann schnell atmend und extrem leicht. Bei jedem Geräusch und jeder Bewegung wachte er auf und folgte mir, sobald ich aufstand. Dies hatte nichts mit Bindung zu tun, sondern war ein Kontrollverhalten aufgrund seiner extremen Unsicherheit.

SLEEPY DOG: “Gab es einen Punkt, an dem du gemerkt hast, dass sich etwas ändern muß?”
Rike: “Im Sommer 2006 eskalierte für mich diese ganze Situation. Ich war bei einer Freundin zu Besuch, die mir Jahre danach mal sagte „Boah, ich hätte Robin keinen Tag länger in meiner Wohnung ertragen, der war unglaublich anstrengend“. Wir waren mit einigen Leuten am Wasser. Viele Hunde + Wasser + viele Menschen: bei Robin sind an dem Tag mehrere Synapsen völlig durchgeknallt. Er bellte ununterbrochen, war nicht mehr ansprechbar, lief permanent rastlos umher, war nicht abrufbar. Er floh vor mir, wenn ich ihn einfangen wollte. Seine Augäpfel waren mehr draußen als drinnen. Er rannte, obwohl er eigentlich nicht mehr konnte und war ganz und gar in seiner eigenen Welt gefangen. Ich war völlig überfordert.

SLEEPY DOG: “Was kam dann?”
Rike: “Ich habe zunächst im Alltag grundlegende Dinge geändert! Robin bekam bei uns im Wohnbereich endlich seinen eigenen Platz. Bis dahin hatte er nur seinen Kennel in meinem Zimmer (obere Etage), aber keinen Platz im Wohnbereich, wo sich natürlich tagsüber das ganze Leben abspielte. Es war ein extrem harter Kampf, weil er anfangs immer wieder aufstand. Zwei Tage lang haben wir beide gekämpft und ich habe ihn den ersten Tag 158 Mal (!) zurück auf seinen Platz gebracht. Wohlgemerkt nur einem Vormittag. Schon nach wenigen Tagen sah ich eine regelrechte Erleichterung in seinem Blick, wenn ich ihn auf seinen Platz schickte. Er brauchte diese Fremdkontrolle, denn allein wäre er nie zur Ruhe gekommen. Für unterwegs war von fortan sein Platz neben meinem linken Bein. Das wurde zu einer Art Ritual. Ich klopfe dann immer an mein linkes Bein, muntere ihn auf, zu mir zu kommen und sage „Mach Pause“. Meiner Erfahrung nach hilft es den unsicheren Hunden ungemein, wenn man irgendwann kleines Sichtbares hat, was immer gleich ist. Auch die Verknüpfung „Ich habe da zu liegen, wo Mutti den Schlüsselbund hinlegt“ oder „Mein Platz für Ruhe ist immer dort, die Packung Taschentücher hingelegt wird“ ist dafür geeignet. Das ist für den unsicheren Hund jedenfalls hilfreicher als jedes Mal eine neue Ecke gezeigt zu bekommen und ihn dort „ohne alles“ abzulegen.”

SLEEPY DOG: “Was denkst du, war das Hauptproblem für Robins Stress und Angst?”
Rike: “Das Kernproblem bei Robin und mir war lange Jahre, dass ich ihn absolut falsch eingeschätzt hatte. Sein unruhiges Verhalten, meine Unfähigkeit ihn zur Ruhe zu bekommen, der irrsinnig weitere Radius, den er auf Spaziergängen hatte, aber auch, dass er nach außen immer bei Hundebegegnungen „auf dicke Hose“ gemacht hat, wenns dann aber hart auf hart kam. Das ah aber nur nach außen hin so aus, denn wenn der andere Hund auf ihn reagierte, lief er quietschend von mir weg. Für mich war das ein Zeichen fehlender Bindung. Das war dummerweise grundlegend falsch, worauf mich aber erst eine Freundin 2009 brachte.”

SLEEPY DOG: “Warum war fehlende Bindung zwischen Robin und dir letztlich nicht das Problem?”
Rike: “Meine Freundin gab den entscheidenen Hinweis. Robin war nicht derjenige, der das Problem war, sondern das war ich selbst. Meine eigene Unsicherheit habe ich versucht zu kaschieren. Ich selber mag keine einengenden und hektischen Situationen. Robin war nichts anderes als ein Spiegelbild von mir. Meine Freundin sprach all das aus, was ich jahrelang gespürt, aber nie in Worte hatte fassen können. Mir war immer klar, dass Robin und ich eine Verbindung hatten, die auf anderen Ebenen ablief, aber irgendwie war ich immer frustriert, weil wir nie „normal“ waren.

SLEEPY DOG: “Hast du diese Theorie in der Praxis bestätigen können?”
Rike: “Noch am gleichen Tag, machten wir einen kleinen Test im Wald. Meine Freundin hat ebenfalls zwei Border Collie, die Robin sehr liebt. Wir sind mit den Hunden los gegangen, die Hunde etwa 15-20 Meter voraus. Ich bin irgendwann kommentarlos abgebogen. Robin merkte das, lief aber weiter mit meiner Freundin mit. Ich war schon wieder bei dem Gedanken, dass ich ihm egal war. Aber der zweite Test ließ mich wirklich in Tränen ausbrechen. Wir haben uns nach einiger Zeit wieder kommentarlos getrennt, Robin merkte es wieder, lief aber wieder mit ihr mit. Irgendwann rief ich ihn dann und plötzlich brach blanke Panik in ihm aus. Er rannte zurück aus der Ecke, woher meine Stimme kam, drehte dann nach 10 Meter auf dem Absatz um klettete sich an meine Freundin. Ich pfiff noch mal, er raste daraufhin wieder los, nur um nach 10 Metern wieder umzudrehen, um zurück zu laufen, weil er mich zwar hörte, aber nicht sah. Er war völlig panisch wegen des Dilemas: „Lauf ich los und suche Mama, riskiere dabei aber die andere Person als Sicherheit zu verlieren oder bleib ich lieber hier und finde Mutti nicht“. Irgendwann pfiff und rief ich dann ohne Pause und dann ging regelrecht ein Ruck durch den Hund und er raste mit Vollgas um die Ecke und zu mir. Als er mich sah, legte er noch mal an Tempo zu, sprang mir mit einem Satz in die Arme und lutschte mein Gesicht. Sein ganzes Wesen sagte nur „Mach das NIE NIE wieder“…”
Und so kam es, dass ich mit 21 Jahren schreiend, heulend, fluchend, lachend und zitternd zugleich im Wald stand und meinen Hund zum ersten Mal sah, wie er wirklich war.

SLEEPY DOG: “Ein einschneidenes Erlebnis für beide für euch, oder?”
Rike: “Geschlagene zwei Wochen habe ich mich danach zurückgezogen, über alles nachgedacht, viele Dinge aus meiner persönlichen Vergangenheit aufgearbeitet, überarbeitet, neu sortiert, Ungeklärtes und Belastendes bedacht und neu überdacht. In der Zeit zog Robin sich sehr von mir zurück. Nach zwei Wochen stand ich eines Morgens auf, Robin kam zu mir, ich sah ihn an und meinte nur „Und jetzt zu uns beiden“, worauf er den Kopf schräg legte, mich anstupste und sich an mich kuschelte. Mir liefen die Tränen.”

SLEEPY DOG: “Was hast du konkret geändert, um Robin mehr Halt und Sicherheit zu geben?”
Rike: “Wie schon erwähnt habe, hat Robin ein ganz schlechtes Körpergefühl. Ich bin in unserem Fall quasi sein Körpergefühl und ich denke, das kann man auf den Großteil der stressempfindlichen Hunde übertragen. Man muss als Mensch lernen, seinen Hund in jeder Situation einschätzen zu lernen, auf Nuancen zu achten und diese zu bewerten á la „Wie weit kann ich jetzt gehen?“ „Höre ich lieber mit dem Training auf oder hält er noch eine Übung durch?“ ; „Nehme ich ihn lieber aus der Situation raus oder hilft es ihm mehr, wenn er bei mir bleibt?“ etc.
Konkret heißt das:

  1. Ich bin da, du bist bei mir sicher, ich beschütze dich:
    Nehmt es als Mantra, schreibt es euch auf nen Zettel und tragt ihn immer bei euch. Versucht mit jeder Faser eures Körpers diesen Satz auszustrahlen. Geht im Kopf Szenarien durch und überlegt euch, wie ihr handeln wollt, auch wenn sie im ersten Moment radikal wirken. Beispiel: ein anderen Hund greift euren an- wie wollt ihr reagieren, wenn euer Hund sich darauf verlassen soll, dass er bei euch sicher ist? Wie weit seid ihr bereit zu gehen? Überlegt es euch in einer stillen Stunde, dann ist es mit Sicherheit sofort präsent, wenn ihr mal in die Situation geratet. Ich für meinen Teil wurde gleich am nächsten Tag getestet und stand zwischen zwei ausgewachsenen Schäferhundrüden, die –ohne zu übertreiben- Robin umbringen wollten. Ich habe gebrüllt, wie ich nie zuvor gebrüllt habe, um Ropbin zu beschützen.
  2. Das ist dein Platz. Geh da nicht weg. Du hast jetzt Sendepause!
    Es ist wichtig, dass der Hund einen Platz zugewiesen bekommt. Für die Ruhephase natürlich extrem wichtig, aber auch auf Spaziergängen und unterwegs extrem wichtig. Bei Robin und mir ist es die linke Seite. Er geht ausnahmslos, ohne Diskussion an meiner linken Seite. Mal mehr, mal weniger eng, aber immer links. Das gibt unglaublich ihm viel Sicherheit. Der ängstliche Hund nimmt das in der Regel sehr, sehr gern an und wird immer an „seine“ Seite zurückkehren. Das ist total hilfreich für den Alltag bei Hundebegegnungen, denen man ausweichen möchte oder oder oder. Hund eingeparkt und dran vorbei.
  3. Frustrationstoleranz: oder wie spiele ich mit einem Hibbelhund? Stupides Bällchenwerfen, Zerrspiele, Jagdspiele und alles was Geschwindigkeit erfordert sollte man sich beim Hibbelhund doppelt und dreifach überlegen. Ich habe bei Robin NIE Bälle geworfen, Agility gemacht oder Fußball gespielt und trotzdem pusht er sich sofort von Null auf Hundert hoch. Sein mangelndes Körpergefühl ist due Ursache dafür. Aber was nun stattdessen? In unserem Fall haben sich Such- und Apportierspiele bewährt. Robin liebt das Suchen und da es nahezu unbegrenzte Möglichkeiten gibt, Suchspiele zu variieren, wird es uns auch nach sechs Jahren nicht langweilig. Nasenarbeit ist für den Hund körperlich geistig (wegen der hohen Konzentration) wie körperlich (weil er auf der Suche nach Keksen/Spielzeug manchmal viel Geschick einsetzen muss, um ans Ziel zu kommen) extrem anstrengend. Das Apportieren macht einfach Spaß, wobei Robin auch hier mittlerweile ziemlich aufdreht, wenn ich es nicht im Keim ersticke. Er beutelt dann das Spielzeug, knurrt und will mich zu Zerrspielen auffordern- da muss man dann halt klar wissen, was man will. Aber es eignet sich super, um die Frustrationstoleranz im Kleinen auszubauen: Spielzeug wird geworfen, aber der Hund muss sitzen bleiben. Erst auf Kommando darf er los. Dann auf dem Weg dahin noch mal ablegen und wieder losschicken. Oder Spielzeug werfen, Hund muss liegen bleiben und dann erst noch fünf Schritte Bei-Fuß laufen oder nen Slalom durch die Beine gehen, bevor er es holen darf. Allseits bekannte Übungen, aber sehr effektiv, um einen Hibbelhund auf Dauer zu entspannen.
  4. Ich betüddel ihn nicht… ich betüddel ihn nicht… ooh, du aaarmer… ach Mist! Ist man sich erstmal darüber bewusst, wie ängstlich der Hund ist, will man ihm ja auch helfen. Ich bin dann auch direkt in die nächste Falle getappt und hab ihn „überbetüddelt“ in dem Wunsch, ihm zu helfen. Das ganze ging (natürlich) voll nach hinten los und Robins „Beachtungspunktekonto“ war so was von überfüllt, dass er mir im Alltag öfter mal die Mittelkralle gezeigt hat bzw. meine „Überbetüddelung“ ihn ebenfalls gestresst hat. Weniger ist hier mehr. Dass der Hund beispielsweise bei Sylvester nicht betüddelt werden muss, wenn er Angst hat, weiß man mittlerweile, aber bei Robin hilft es auch zum Beispiel, wenn ich im ersten Moment wirklich gar nicht auf ihn eingehe, sobald ihn etwas erschreckt. Situation heute z.B.: wir sind im Park und in unserer Nähe geht ein Böller los. Robin erschreckt sich furchtbar. Seine erste Reaktion: Körper angespannt, Ohren eingeklappt, Schwanz eingezogen und Blick zu Mutti. Ich hab zwar in seine Richtung, aber nicht ihn direkt angeschaut und bin einfach weiter meines Weges gegangen. Er kam dann auf mich zu, um bei mir Schutz zu suchen, woraufhin ich dann aufmunternd meinte „Gehen wir weiter, ne Dicker?!“ und bin in gemütlichem Schlendertempo weiter. Nach ca. 20 Metern lief er schon recht weit vorn, ich rufe ihn zurück, lasse ihn durch meine Beine laufen, mache zwei Tricks mit ihm, er kriegt nen Keks und schon der Böller fast vergessen…So schwer es fällt: Sicherheit geben durch Präsenz, aber nicht betüddeln. Und nach einiger Zeit dann die Gedanken umlenken.

SLEEPY DOG: “Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht und die vielen Tipps. Wir wünschen dir und Robin weiterhin einen tollen, gemeinsamen Weg!

Rike und Robin

Welpenkaufnews

Hundekauf und Welpenkauf

Du möchtest eure Familie um einen vierbeinigen Freund erweitern? Dann beginnt jetzt vermutlich die aufregende Zeit der Suche nach der passenden Rasse oder einem passenden Hund aus dem Tierschutz.

 

In erster Linie solltest du dich fragen, welcher Hund am Besten von seinen Bedürfnissen her zu euch paßt und was du mit eurem Hund machen möchtest? Soll es ein treuer Familienbegleithund, ein passionierter Jagdhund, ein schneller Sporthund oder ein aktiver Schutzhund werden? Jede Hunderasse ist für ihren besonderen Zweck gezüchtet und selektiert worden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du dich im Vorfeld genau über die Eigenschaften der jeweiligen Hunderasse informierst, denn nicht jede Rasse ist für deine Interessen an Beschäftigung geeignet. Und Beschäftigung wird wichtig sein, da nur ein ausgelasteter Hund ein zufriedener und glücklicher Hund ist.

Willst du beispielsweie Agility mit deinem Hund machen, solltest du dir besser keinen Neufundländer anschaffen, sondern eher bei den kleinen, leichten Hunderassen Ausschau halten.

Um sich über die Besonderheiten der einzelnen Hunderassen zu informieren, besucht man am Besten die Homepage des VDH (Verband des Deutschen Hundewesens: www.vdh.de). Das ist der Verband für das deutsche Hundewesen, der für jede FCI-Rasse Unterverbände hat, die sich um den jeweiligen Erhalt der Rasse kümmern. In diesen Verbänden gibt es stets aktuelle Welpenlisten und Listen von geplanten Würfen.

In den VDH-angeschlossenen Verbänden gibt es die schärfsten Kontrollen für die Züchter. Diese scharfen Kontrollen findet man in keinem anderen Verband außerhalb des VDHs und wenn dann meistens leider nur in abgeschwächter Form.

Auch bei sogenannten “liebevollen privaten Hobbyzuchten” wird wild verpaart und das Wissen über Genetik, Wesen, Farbvererbung und Gesundheit etc. bleibt auf der Strecke. Da hilft es auch nichts, wenn diese Welpen  mit viel Liebe großgezogen werden – nur Liebe und Zuverwendung reichen nicht aus, um gesunde und wesensfeste Hunde zu züchten. Wer sinnvoll züchten möchte, sollte dies in VDH-anerkannten Vereinen tun und sich den scharfen Kontrollen und Vorgaben des VDH unterwerfen.

Doch auch innerhalb des VDHs gilt: Nur weil “VDH” draufsteht heißt das noch lange nicht, dass diese Zucht “gut” bzw. mit Qualität gleichzusetzen ist!!! Auch bei VDH-Verbänden angeschlossenen Züchtern muss man die Augen offenhalten.

Wozu brauche ich Papiere?

Nun kannst du dich fragen, ob man denn unbedingt die Papiere von den VDH-anerkannten Vereinen braucht, wenn man keine Arbeit mit seinem Hund machen oder züchten möchte! Die eindeutige Antwort ist: JA! Nur bei den VDH-angehörigen Vereinen hat man die Chance die Gesundheitsergebnisse der Ahnen des Welpen lückenlos zu studieren.  Eine Garantie auf einen kerngesunden Hund gibt es nirgens, aber die Wahrscheinlichkeit einen gesunden Hund in einem VDH anerkannten Zuchtverein zu bekommen ist viel höher als außerhalb des VDHs.

Was macht einen guten Züchter aus?

Ein guter Züchter ist an der Entwicklung seiner Welpen interessiert und plant Welpentreffen. Ebenso hält ein guter Züchter einen möglichst engen Kontakt zu seinen Welpenbesitzern. Ein guter Züchter besteht auf Gesundheitsuntersuchungen ab dem ersten Lebensjahr (damit er seine Zucht verbessern kann bzw. sehen kann, ob die Verpaarung gut oder schlecht war).

Deshalb sind Papiere sinnvoll und wichtig. Und wenn es ein Hund ohne Papiere sein soll, dann schau doch mal im örtlichen Tierheim vorbei. Dort sitzen viele Hunde, die auf ein liebevolles zu Hause warten!